Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.12.2004
Eine interessante und auch vielschichtige Anthologie ist dieser Band nach Meinung des Rezensenten Lothar Müller. Anders als er Untertitel der Anthologie suggeriert, handelt es sich nicht um "von jüdischen Autoren verfassten Pendants zum Genre der Weihnachtserzählung", sondern zum einen Teil um kurze Rückblicke auf und Episoden aus dem Leben zumeist deutschsprachiger Juden, zum anderen Teil um soziologische Betrachtungen des Weihnachtsfestes: "Franz Hessel, Alfred Polgar oder Siegfried Kracauer fassen die Weihnachtsbräuche nicht anders ins Auge als die Warenhäuser oder das Sechstagerennen". Die Brücke zwischen diesen beiden Ansätzen liefert nach Meinung des Rezensenten der Aufsatz von Walter Benjamin. Auf der Seite der episodischen Texte ist ein starkes und interessantes Motiv die Spannung zwischen der jüdischen und der deutschen Identität.
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