Herausgegeben von Friedrich W. Graf. Der erste Band der Troeltsch-Studien dokumentiert die Ergebnisse des 8. Internationalen Kongresses der Ernst-Troeltsch-Gesellschaft, der sich die Analyse der Trias aus Geschichtsphilosophie, Geschichtstheologie und Geschichtspolitik vorgenommen hatte. Troeltsch entfaltete seine Sicht des Historismus als kritische Theorie der Moderne. Als Geschichtsphilosoph wollte er angesichts historistischer Relativitätserfahrungen ethisch orientierungskräftige Überlieferungen erschließen. Als Geschichtstheologe wollte er die bleibende Bedeutung der jüdischen und christlichen Herkunftsgeschichte Europas sichern, um als Geschichtspolitiker sozialmoralische Ressourcen für die fragile Weimarer Demokratie zu gewinnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.01.2007
Johannes Weiss ist nicht ganz glücklich mit diesem von Friedrich Wilhelm Graf herausgegebenen Band. Den enthaltenen Studien zum Werk des Theologen Ernst Troeltsch scheint er das Anliegen, Troeltsche Problemstellungen und Lösungsversuche an die Gegenwart anzulegen und von der Infragestellung alles Historischen zu neuen ethischen Richtlinien zu gelangen, nicht ausnahmslos abzunehmen. Zu einer echten Herausforderung der kulturellen Öffentlichkeit gehört für Weiss eine "entschiedenere und systematischere" Thematisierung christlicher Ethik "in ihren theologischen Bezügen" als sie die vorliegenden Beiträge zu bieten haben.
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