Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ernährung in der Wissensgesellschaft

Expo 2000: Visionen für das 21. Jahrhundert. Band 7, Vision: Informiert essen

Cover: Ernährung in der Wissensgesellschaft

Campus Verlag, Frankfurt am Main - New York 1999
ISBN-10 359336039x
ISBN-13 9783593360393
Broschiert, 258 Seiten, 18,41 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Herausgegeben von José Lutzenberger und Franz Theo Gottwald. Idee, Konzeption und Realisierung von Peter Felixberger. Weg vom globalen Einheitsgeschmack und Nahrungsmittelkonzernen, hin zur regionalen Küche und Ernährungsgerechtigkeit: Zwei renommierte Autoren zeigen Wege auf, wie die Öko-Landwirtschaft ihren Siegeszug um die Welt antreten kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.08.2000

Von durchaus unterschiedlicher Qualität sind die zwölf Bände, die für den "lesenden, nachdenklichen, sich sorgenden" Expo-Besucher geschrieben sind, meint Thomas Eckardt. Es geht um die Gestaltung der Zukunft und allgemein ist man sich einig: einiges muss passieren, damit es den Menschen gut gehe auf Erden. Dabei haben dem Rezensenten, dessen Haltung zwischen Ironie und Ernst etwas schwankt, vor allem die Bände 5 (Harrison) und 7 (Lutzenberger und Gottwald) missfallen, weil es ihm da allzu esoterisch und gaia-mäßig hergeht. Dafür lobt er aber die "vier spannendsten Beiträge", nämlich die von Beck (Band 2), Brundtland (Band 9), Galtung (Band 12) und Rötzer (Band 6). Allen vieren widmet er kurze Zusammenfassungen ihrer Argumentation für "nachhaltige Entwicklung", die Offenhaltung des Internets, Vorschläge zur Weltregierung und den "neuen Universalismus" der Chancengleichheit. "Sympathisch ausgestattet" sind die Bände mit vielen Fotos und Tabellen und geben, "vorausgesetzt wir unternehmen endlich was Gescheites", durchaus "Grund zur Hoffnung" für die nächste Generation.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.11.1999

Sabine Sütterlin bespricht den Band zusammen mit Hans-Ulrich Grimms "Aus Teufels Topf" und Catharina Lohmanns Ernährungsberater "Machen Bananen glücklich?".
1) José Lutzenberger/Franz-Theo Gottwald: "Ernährung in der Wissensgesellschaft" (Campus Verlag)
Allzu viel Gutes weiß sie zu Lutzenbergers und Gottwalds Plädoyer für biologische Ernährung nicht zu sagen. Sie findet die Prosa der Autoren gestelzt und prätentiös und meint, dass sie die Macht der Ernährungsindustrie schlicht unterschätzen. Ihre These "Global denken, lokal essen" kommt Sütterlin allzu blauäugig vor, und bei den Passagen über die Gentechnik "erwecken die Autoren nicht den Eindruck, als hätten sie wirklich durchdrungen, worum es bei diesen Techniken geht".
2) Hans Ulrich Grimm: "Aus Teufels Topf" (Klett-Cotta Verlag)
Zu Grimm, der in einem früheren Buch auch schon den "Bio-Bluff" gegeißelt hat, weiß Sütterlin einiges Gute zu sagen. Bei ihm schätzt sie, anders als bei Lutzenberger und Gottwald, das Plädoyer für biologische Ernährung. Lobend zeichnet sie nach, wie der ehemalige "Spiegel"-Journalist die Gefahren der heutigen Industrienahrung aufzählt. Da gehe es nicht nur um Dioxin und BSE, sondern auch um an sich harmlose Keime, die durch Lagerhaltung und lange Transportwege zu gefährlichen Erregern mutieren. Positiv vermerkt sie auch Grimms Hinweis auf die Macht der Verbraucher, die allein die Nahrungsindustrie zum Einlenken bewegen könnten.
3) Catharina Lohmann: "Machen Bananen glücklich?" (C. H. Beck Verlag)
Zwar verspreche Lohmanns Titel ein bisschen zuviel - als wirklichen Berater oder gar als Nachschlagewerk könne man ihr Buch nicht verstehen -, aber Sütterlin hat Lohmanns Streifzug durch allerlei Wissenswertes zum Thema offensichtlich mit Vergnügen und Gewinn gelesen. Endlich bekommt man Auskunft zu ewigen Fragen der Menschheit. Ist es schädlich nach dem Kirschenessen Wasser zu trinken? Nein, so hat Sütterlin bei Lohmann gelernt, denn die Blähungen bekommt man von den Kirschen schon ganz allein.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren