Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Erinnerung an den roten Holocaust

Der Jahrhundertverrat der Intellektuellen

Cover: Erinnerung an den roten Holocaust

Rowohlt Verlag, Stäfa 1999
ISBN-10 3907817117
ISBN-13 9783907817117
Broschiert, 415 Seiten, 17,38 EUR

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Klappentext

Mit Dossier: Wenn Moskau in der Schweiz liegt. Mit 77 Fotos und 8 Situationsplänen der KZs, Gulags, Todes-, Frauen- und Kinderlager. "In unserem Buch treten 21 Autorinnen und Autoren aus 7 Ländern den Beweis an, dass der Rote Holocaust (1917-1999), was Terror und Grausamkeit, Zahl der Opfer und Völkermorde (Mehrzahl!) angeht, den Braunen Holocaust weit in den Schatten stellt." (Paul Rothenhäusler)

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2000

Der Rezensent mit dem Kürzel "kpk." beschränkt sich in seiner Rezension primär darauf, darzustellen, um was es den beiden Schweizer Autoren in diesem Band geht. So weist er darauf hin, dass sie für eine umfassende Aufarbeitung der im Namen des Kommunismus verübten Verbrechen plädieren, die bis heute nur unzureichend geschehen sei, und dies, obwohl der "`rote` Holocaust, was Terror, Grausamkeit, Zahl der Opfer und Völkermorde" betrifft, die Verbrechen der Nationalsozialisten noch übertroffen habe. Im Blickfeld stehen dabei, wie der Rezensent aufführt, nicht nur Verbrechen in der Sowjetunion, sondern auch in China, Vietnam, Kambodscha, Ruanda bis hin zu Nordkorea. "kpk." weist darauf hin, dass der Band auch Zeugenberichte enthält und die Autoren ihre Ausführungen mit Überlegungen und Ergebnissen anderer Forscher "durchsetzt" haben. Ein dezidiertes Urteil fällt der Rezensent über dieses Buch zwar nicht, dennoch legen die ausführlichen Zitate aus dem Buch nahe, dass er mit den Ausführungen der Autoren einverstanden ist.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.03.2000

Das Buch ist Christoph Güdel gründlich unsympathisch. Vor allem stören ihn die vielen Wendungen à la "roter Holocaust", die die Unterschiede zwischen Nationalsozialismus und Kommunismus "vernebeln". Daß in China oder Rußland Millionen von menschen der Terrorherrschaft der kommunistischen Machthaber zum Opfer gefallen sind, bestreitet Güdel dabei keineswegs. Er wendet sich nur dagegen, "zwei grundverschiedene Phänomene" begrifflich zu vermischen. "Befremdend" findet Güdel auch, dass die Autoren ausgerechnet die Mitschuld jüdischer Funktionäre an stalinistischen Verbrechen besonders herausstreichen. Natürlich war Trotzki Jude, aber die Autoren hätten offenbar nicht mitbekommen, dass einige der schrecklichsten Säuberungskampagnen Stalins vor allem gegen die jüdische Bildungselite gerichtet waren. Ungerecht findet Güdel auch die pauschale Verdächtigung linker Journalisten und Intellektueller in Westeuropa als "Fellow Travellers linker Gewaltherrschaft". Nur bei der Auswahl der älteren Texte von Alexander Solschenizyn, Manès Sperber oder Arthur Koestler bescheinigt er den Autoren eine "glückliche Hand". Insgesamt aber sei der Versuch, ein zweites "`Schwarzbuch des Kommunismus`" (hrsg. von Stephan Courtois) zu schaffen, mißlungen: "Agitation gegen Linke ist noch kein Beweis für Seriosität".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren