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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Die geheimen Notizen des K. Sakowicz

Dokumente zur Judenvernichtung in Ponary

Cover: Die geheimen Notizen des K. Sakowicz

Antogo Verlag, Nürnberg 2004
ISBN-10 3980663663
ISBN-13 9783980663663
Taschenbuch, 140 Seiten, 12,80 EUR

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Klappentext

Die Massenexekutionsstätte Ponary: In einem Waldgebiet unweit der litauischen Stadt Wilna wurden von Juli 1941 bis Juli 1944 zwischen 70.000 und 100.000 Menschen ermordet. Die Opfer waren zumeist Juden aus der Region. Kazimierz Sakowicz, ein polnischer Journalist, der nahe der Hinrichtungsstätte wohnte, war etwa zwei Jahre lang Zeuge des Massenmords. Er notierte die grausigen Geschehnisse auf kleinen Zetteln, die er anschließend in Flaschen steckte und vergrub. Ende der 80er Jahre wurden die kaum mehr leserlichen Aufzeichnungen im Magazin des Jüdischen Museums Wilna entdeckt und von Dr. Rachel Margolis entziffert. 1999 veröffentlichte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Jüdischen Museums Wilna erstmals das in polnischer Sprache geschriebene Tagebuch. Ein Jahr später erschien eine gekürzte hebräische Ausgabe. Obwohl die bundesdeutsche Justiz 1950 zwei der verantwortlichen Massenmörder von Ponary aufspüren und in einem Aufsehen erregenden Prozess wegen tausendfachen Mords zu lebenslangen Haftstrafen verurteilen konnte, liegen kaum Veröffentlichungen über die Exekutionsstätte Ponary in deutscher Sprache vor. Auch die renommierte Enzyklopädie des Holocaust erwähnt das Massenvernichtungsgelände nur mit wenigen Zeilen. Daher kamen Dr. Rachel Margolis und das Nürnberger Institut für NS-Forschung überein, den nahezu unbekannten Text in einer deutschen Übersetzung zu veröffentlichen. In ihrem Vorwort beschreibt Dr. Margolis die Geschichte des Tagebuchs und seiner Entdeckung. Abgerundet wird die Dokumentation durch einen Beitrag von Jim G. Tobias. Er thematisiert die juristische und historische Aufarbeitung des Massenmordes in Ponary durch die deutschen Behörden.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.04.2004

Die "Feder sträubt sich", aus diesem Tagebuch zu zitieren, schreibt Volker Ullrich nach der Lektüre der Notizen des polnischen Journalisten Kazimierz Sakowicz. Jahrelang hat dieser die nationalsozialistische Gräueltaten im kleinen Ort Ponary in Litauen - früher Ausflugsziel, dann Ort des Schreckens - beobachtet, minutiös notiert und in Limonadenflaschen in seinem Garten aufbewahrt. Rachel Margolis, Mitarbeiterin des Jüdischen Museums in Vilnius hat diese "wichtigsten und zugleich entsetzlichsten" Zeugnisse des Holocausts erst vor sechs Jahren entziffern können; nun wurden sie ins Deutsche übersetzt. Die Notizen schildern "grauenvolle Szenen" der Ermordung von fast 100.000 Menschen, die man "selbst lesen" muss, betont der Rezensent. Denn bislang sei dieser Teil der Geschichte "nirgendwo so direkt", so unmittelbar erzählt worden.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren