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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Tahar Ben Jelloun

Papa, was ist der Islam?

Gespräch mit meinen Kindern

Cover: Papa, was ist der Islam?

Berlin Verlag, Berlin 2002
ISBN-10 3827004721
ISBN-13 9783827004727
Gebunden, 114 Seiten, 12,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Christiane Kayser. Mit farbigen Abbildungen von Paul Klee. Unter dem Schock der Bilder vom Attentat in New York fragen Ben Jellouns Kinder ihren Vater, ob sie Muslime sind, und sie sind voller Unruhe, ob man ihnen an der Schule ihre Religionszugehörigkeit vorwerfen könnte. Um sie zu beruhigen, erklärt der Autor ihnen, was der Islam ist. Am Ende des Buches unterbreiten die Kinder einen Katalog von Begriffen, die der Autor erklärt und kommentiert (Fundamentalismus, Fatwa, Dschihad, Toleranz, Taliban, Märtyrer etc.). Das Buch hat die Form eines fiktiven Dialogs mit Kindern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.08.2002

Als "einen der wenigen, vielleicht den ersten ernsthaften Versuch", Kindern die Welt des Islam zu erklären, bezeichnet Rezensent Volker S. Stahr das als Vater-Tochter-Gespräch konzipierte Buch. Mit für einen Schriftsteller bemerkenswert einfachen Worten unternehme der marokkanische Autor eine "Erklärungsreise durch die Welt des Islam und die vielen Verwerfungen, die der 11. September in dieser Welt wie auch darüber hinaus hervorgerufen" habe. Er beschreibe seine Entstehung im Mekka des 7. Jahrhunderts, das "große Zeitalter einer großen Kultur im Mittelalter, erzähle von den Bibliotheken in Bagdad oder Cordoba und dem Wissensdrang der arabischen Herrscher bis zu den Errungenschaften in Astronomie, Medizin oder Philosophie. Ben Jelloun schließe mit dem Niedergang und mit den Problemen der Araber und Muslime in und mit der heutigen Welt und spare auch unangenehme Themen nicht aus. An manchen Stellen gleicht das Werk einem Wörterbuch, schreibt der Rezensent. In Großbuchstaben sieht er Begriffe hervorgehoben und erklärt. Er nimmt den Autor auch gegen Vorwürfe anderer Kritiker in Schutz, denen das Buch zu naiv war.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.04.2002

Nach dem 11. September sei das Buch eine wichtige Fortsetzung von Tahar ben Jellouns Bestseller über Rassismus findet Antonella Romeo, bezweifelt aber, dass der erklärend-aufklärende Ansatz "in Form von Sachkunde" die Zielgruppe der Zehn bis Fünfzehnjährigen erreicht. Romeo vermutet daher die Elternschaft als "desorientierte" Käufer und "unkundige" Rezipienten der Einführung in die Geschichte des Islam.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2002

Etwas unwillig widmet sich Karl-Markus Gauß diesem Buch, in dem der in Frankreich lebende marokkanische Autor seinen beiden Töchtern aus Anlass des Terroranschlags am 11. September zu erklären versucht, was der Islam ist. Schon die Form findet er "verlogen", weil die Töchter zu reinen Stickwortgebern degradiert werden, die die väterlichen Ausführungen motivieren sollen. Außerdem findet der Rezensent, dass das Buch über einfaches "Allgemeinwissen" nicht hinaus reicht und wirklich wichtige und interessante Fragen über den Islam nicht beantwortet werden. Bei "brisanten" Fragestellungen kneift Ben Jelloun und weicht in "Allerweltsphrasen" aus, so der Rezensent, den es erbost, dass Ben Jelloun im Zweifelsfalle alles, was am Islam heute problematisch ist, als schlicht "unislamisch" ausklammert. Dass er dann nicht einmal sagen kann, was der "wahre Islam" denn eigentlich sein soll, und zudem zum Konflikt zwischen dem "Wahrheitsanspruch einer Religion und den Anforderungen einer modernen Gesellschaft" nichts Vernünftiges beizusteuern hat, findet der Rezensent ziemlich dürftig.

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