Sie war eine selbstbewusste, unbeirrbare Frau, eine Naturkundlerin und eine bedeutende Malerin: Maria Sibylla Merian (1647-1717), Tochter von Matthäus Merian, gehört zu den großen Frauengestalten der deutschen Kulturgeschichte. Ihre Aquarelle und Kupferstiche sind berühmt, die Geschichte ihres Lebens ist einzigartig. Sie lernte das Zeichnen und Kupferstechen von ihrem niederländischen Stiefvater, heiratete den Maler Johann Andreas Graff, brachte zwei Töchter zur Welt, verließ ihren Mann und lebte einige Jahre in einer pietistischen Gemeinde. Den Höhepunkt aber bildete ihre abenteuerliche Schiffsreise in das ferne und exotische Surinam, wo sie sich, wie stets in ihrem Leben, mit großer Leidenschaft der Welt der Pflanzen und Insekten widmete. Dieter Kühn zeichnet in seiner Biografie anhand bislang unbeachteter Quellen ein neues Bild von Frau Merian.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.04.2002
Rolf-Bernhard Essig bespricht eine überaus gelungene Biografie von Dieter Kühn über die Naturkundlerin Sybilla Merian. Das, was für den Autor zu einem Problem hätte werden können, nämlich, dass es nur wenige verbürgte Daten zu Merian gibt, umschiffe dieser geschickt, indem er Merian eher indirekt präsentiert, auf umfassenden Umwegen über den kulturellen Hintergrund des 17. Jahrhunderts. Dabei trete er selbst nicht hinter dem Objekt seiner Recherchen zurück, sondern berichte mit großem Selbstbewusstsein auch über seine eigene Arbeit und deren Subjektivität. Diese "Selbstreflexion" möge zwar manch einem Leser eher unangenehm sein, aber da sie durchaus ihren Sinn habe, sei über diesen Kritikpunkt doch eher hinwegzusehen, befindet der Rezensent. Das einzige, was er wirklich zu bemängeln hat, ist die Tatsache, dass Zeittafel, Register und Quellenverzeichnis fehlen, was bei einer derartigen Detailfülle doch überaus hilfreich gewesen wäre.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 21.03.2002
Elke von Radziewsky ist begeistert. "Ein wunderbares Buch" ist diese Biographie der Maria Sibylla Merian von Dieter Kühn. Zwar ist die haarkleine Recherchearbeit, mit der sich der Autor von Insektenkunde angefangen bis hin zu Informationen über die Verlegerbranche in das Leben der Frau Merian einarbeitet, vielleicht eine Spur zu "akribisch", gibt die Rezensentin zu verstehen - sie hat durch eben diese Genauigkeit in der Darstellung so manches Mal an die "Lehrstücke" der "Sendung mit der Maus" denken müssen. Aber für den ungeduldigen Leser ist dieses Buch ohnehin nichts, so Elke von Radziewsky weiter, denn der Autor "repetiert" Familiengeschichte und das über "Generationen" hinweg. Aber als erzählender Beoachter führe der Autor, selbst forschend, wandernd und suchend gelungen und spannend durch die Lebens- und Forschungswelten der Merian und vermag so den "von detailversessener Neugierde" angetriebenen Leser zu beglücken.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…