Joseph Groben (Hg.)

Requiem für ein Kind

Trauer und Trost berühmter Eltern
Cover: Requiem für ein Kind
Dittrich Verlag, Köln 2001
ISBN 9783920862323
Gebunden, 429 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

60 Abbildungen. Über fünfzig Trauerfälle werden hier in biographischen Skizzen dokumentiert. In chronologischer Reihenfolge geht die Sammlung von Cicero, der seine Tochter im Jahre 45 v. Chr. verlor, bis zu Stefan Andres, der den Verlust seiner Tochter in einem Gedichtzyklus und einem Roman betrauerte. Schriftsteller wie Dostojewski, Eichendorff, Goethe, Hugo, Lasker-Schüler und Storm stehen neben Musikern wie Berlioz, Haydn, Dvorak, Mahler, Schumann und Smetana, neben Wissenschaftlern, Philosophen, Königen und Kaisern. Dieses Buch gibt einen Einblick in das private Leben berühmter Persönlichkeiten. Es zeigt sie als verwaiste Eltern: erschüttert, verletzt, zutiefst menschlich und nah.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.03.2002

In einer kurzen Rezension zeigt sich der mit "czz" zeichnende Rezensent begeistert von diesem Buch, das eine so düstere Angelegenheit zum Thema hat: Wenn die Kinder vor den Eltern sterben. Groben habe hier 38 Familienbiografien versammelt, in denen berühmte Eltern den Tod ihrer Kinder betrauern. Dabei sei es nicht nur zu begrüßen, dass die verschiedensten Formen der Verarbeitung, von Kunst über Briefe bis hin zu Tagebucheinträgen, in die Darstellung mit eingegangen seien, sondern auch, dass nie vergessen werde, dass es hier nicht bloß um den Kummer eines berühmten Menschen gehe sondern immer um die Trauer zweier gleichermaßen betroffener Eltern. Abgerundet würden diese Darstellungen durch hervorragendes Bildmaterial und "eine Buchgestaltung, die ihresgleichen sucht".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.03.2002

Ein trauriges, ein ergreifendes Buch, gesteht Kathrin Kommerell und ist zugleich ganz froh darüber, dass die pure Fülle an Leidensbiographien in diesem Band den voyeuristischen Blick des Lesers bald zu einem verständigen verwandelt. Solchermaßen "geläutert" lässt sich aus den insgesamt 38 Elternschicksalen (Künstlerschicksalen, wie Kommerell präzisiert) nämlich einiges lernen: Wie die Kunst als Kraftquelle oder Mittel der Verdrängung dienen kann, dass sich die Trauer in der Intensität musikalischer Werke wiederfinden lässt (bei Smetana, Dvorak, Mahler), aber auch, dass Elternliebe eine "Konstante durch alle Epochen" darstellt. Bei diesem Erkenntniswert des Buches muss es der Rezensentin ja bedauerlich erscheinen, dass die "oft flachen Interpretationen" des Autors der Tiefe der Quellentexte kontrastieren.

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