Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2000
Caroline Neubaur ist geradezu hingerissen von Volkans Untersuchung über Großgruppen und ethnische Konflikte. Volkan "schreibt wie Buddha als Lebenspraktiker", schwärmt sie und macht dafür vor allem den "völlig unangestrengten Gleichnischarakter" und das Fehlen psychoanalytischen Vokabulars verantwortlich. Sie zeichnet Volkans Analyse des Großgruppencharakters nach und beschreibt den Begriff des `gewählten Traumas`, der für das Buch von zentraler Bedeutung sei: Nach Volkan kann eine Großgruppe ein geteiltes Trauma - bei den Serben etwa die verlorene Schlacht auf dem Amselfeld - zum Gruppentrauma erwählen. Dann setzt eine Mythenbildung ein, bei der die tatsächliche Geschichte keine Rolle mehr spielt. Mit diesen Instrumenten, meint Neubaur, gelingen Volkan einige "realistische" Analysen. Besonders hebt sie ein Porträt Atatürks hervor und "die präzise Beschreibung der Koexistenz zu der die Esten im Umgang mit den Russen gefunden haben."
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