Biologische Waffen sind gefährlicher als Giftgas, bedrohlicher noch als terroristische Anschläge mit Bomben. Die enormen Fortschritte in der Biotechnologie und skrupellose Wissenschaftler haben sie zu Werkzeugen in den Händen von Terroristen gemacht - und die meisten Staaten können ihre Bevölkerung nicht wirksam schützen. In ihrem Report beschreiben die Autoren das weltweite Netzwerk aus Forschern, Nachrichtendiensten und hohen Regierungsbeamten, das in den letzten 30 Jahren die Möglichkeiten biologischer Kriegführung weit vorangetrieben hat. Internationale Konventionen zur Begrenzung der biologischen Aufrüstung blieben letztlich erfolglos. Die USA, Russland und "Schurkenstaaten" wie der Irak sind die Akteure in einem Wettlauf mit ungeahnten Risiken.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2002
Für Jeanne Rubner nimmt die soeben erschienene deutsche Übersetzung des Buches "Virus" eine "wohltuend ausgewogene" Position im Spannungsfeld allgemeiner "Hysterie" und wissenschaftlicher Fakten ein. Dass die Bedrohung durch Biowaffen gleichermaßen real und übertrieben ist, entnimmt die Rezensentin schon dem geschichtlichen Rückblick, der mit dem ersten dokumentierten Bio-Angriff 1984 beginnt. Während nach Rubners Ansicht die Passagen über Anthrax-Schutzimpfungen für US-Soldaten hierzulande auf weit weniger Interesse stoßen dürften als in den USA, erscheinen ihr die Darstellungen der Treffen amerikanischer und russischer Wissenschaftler von fast schon "thrillermäßiger" Lesart gezeichnet zu sein. Generell ein eher "US-lastiges" Buch, meint Jeanne Rubner.
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