Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.01.2002
Wer meint, Globalisierung funktioniere nur, wenn der Staat in wirtschaftliche Prozesse möglichst wenig eingreift und wer denkt, der Sozialstaat steht diesen Prozessen entgegen, den wird das Buch der Bremer Professoren Elmar Rieger und Stephan Leibfried gründlich irritieren, ist Andreas Bock überzeugt. Empirisch fundiert legen die Autoren dar, dass globalisiertes Handeln vor dem Ersten Weltkrieg begann und seine Möglichkeiten und Handelsspielräume sozialstaatlichen Strukturen verdankt, zeigt sich der Rezensent überrascht. Für Bock legen die Autoren mit diesem Band einen grundlegenden Paradigmenwechsel vor. Anstatt den Sozialstaat zugunsten einer freien Wirtschaft abzubauen, müsse diese erkennen, dass sie ihre Grundlagen eben jenem "Störfaktor" verdankt. Das "provokante" und "wichtige" Buch kann der Rezensent nur jedem empfehlen, den Neoliberalen genauso wie den Kritikern der Globalisierung.
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