Unter Auswertung unveröffentlichter Quellen analysiert der Autor die Ostpolitik der SPD in den letzten zwei Jahrzehnten des Kalten Krieges. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den außerpolitischen Initiativen, welche die Sozialdemokraten, allen voran Willy Brandt und Egon Bahr, in den 80er Jahren in die Wege leiteten. Das Kernstück dieser "zweiten Ostpolitik" bildeten intensive Kontakte zu den östlichen Staatsparteien, namentlich zur SED. Naturgemäß waren diese Vorstöße alles andere als unumstritten. Vor diesem Hintergrund setzt sich die Studie detailliert mit Inhalt und Ziel, Absicht und Wirkung, Erfolg und Scheitern sozialdemokratischer Ostpolitik auseinander und geht der Frage nach, ob und welcher Anteil dieser am weltpolitischen Umbruch der Jahre 1989 bis 1991 - symbolisiert durch den Fall der Berliner Mauer - zukommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2002
Für Rezensent Werner Link handelt es sich bei dieser Darstellung der Ostpolitik der SPD um "kritische Geschichtsschreibung". Ein Lob. Das Einzige, was Link bemängelt, sind die von Fischer euphemistisch als "nicht unwichtigen Ungenauigkeiten" bezeichneten Fehler - so wird ein wichtiges Treffen über ein halbes Jahr falsch datiert - die Link in seiner positiven Beschreibung der "ersten" Ostpolitik der SPD unterlaufen. Dann aber folgt der eigentliche Teil des Buches, die Untersuchung der "zweiten" Ostpolitik ab Mitte der 1970er-Jahre, und hier ist Link wirklich angetan von der "Entmythologisierung", die Fischer mit seiner "überzeugenden" Untersuchung betreibe. Fischer messe die Vorstellungen, von denen diese Politik getragen war, an der politischen Wirklichkeit und mache dabei große Widersprüche aus, wenn zum Beispiel das Konzept der "Gemeinsamen Sicherheit" durch die andauernde Stationierung von sowjetischen SS 20 konterkariert werde. Der Rezensent ist begeistert.
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