Jürgen Brokoff untersucht den apokalyptischen Diskurs in der Weimarer Republik. Das Apokalyptische zeigt sich dabei nicht nur in Gestalt von Weltuntergangs-Szenarien, sondern auch als eine spezifischeTextstruktur, als eine Redeform. Durch die genaue Lektüre einschlägiger Texte von Carl Schmitt, Walter Benjamin, Ernst Jünger und Adolf Hitler gelingt es Brokoff, das Grundmuster der apokalyptischen Rede herauszuarbeiten. Deren wichtigstes Kennzeichen ist die Inszenierung sprachlicher Gewalt, die (nicht nur bei Hitler) in eine unmittelbar tätliche übergehen soll. Brokoffs Analyse gibt nicht nur wichtige Aufschlüsse über den Zustand der politischen Kultur der Zwischenkriegszeit. Sie zeigt ebenso, welchen Einsatz Intellektuelle zu wagen bereit sind, um eine beherrschende Stellung im Diskurs zu erringen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.01.2002
Mit seiner Publikation "Die Apokalypse in der Weimarer Republik" legt der Bonner Germanist Jürgen Brokoff eine, wie der Rezensent Alexander Kissler hervorhebt, "gedankenreichen Studie" vor, die das Phänomen der Todeslust in der Weimarer Republik genauer unter die Lupe nimmt. Dafür ist Brokoff, so Kissling anerkennend, "tief hinabgestiegen in eine apokalyptische Gedankenwelt". Anhand von Texten von Carl Schmitt, Walter Benjamin, Ernst Jünger und Adolf Hitler versucht Brokhoff die Gemeinsamkeiten dieser so unterschiedlichen Figuren herauszuarbeiten. Er findet sie im Hass auf das "Weimarer System", im Hass auf die Moderne, die sie vernichten wollten, um stattdessen den Staat (Schmitt), den proletarischen Souverän (Benjamin), den Deutschen (Hitler), den Kämpfer (Jünger) als "einzigen Souverän zu installieren". Brokoffs Nachweis, wie ihnen dies -zumindest literarisch- gelungen ist, lobt der Rezensent, ist "überzeugend".
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