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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ha Jin

Im Teich

Novelle

Cover: Im Teich

dtv, München 2001
ISBN-10 3423242760
ISBN-13 9783423242769
Taschenbuch, 179 Seiten, 12,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Hornfeck. Shao Bin, Künstler, Kalligraph und Arbeiter der Düngerfabrik "Ernteglück" in Endstadt, gehört nicht zu denen, die Ungerechtigkeit und Korruption von seiten der Führungskader einfach so hinnehmen. Als er und seine kleine Familie zum wiederholten Male bei der Wohnungszuteilung übergangen werden, glaubt er sich im Recht, die Machenschaften "dieser Banditen" endlich aufzudecken. Inspiriert von Streben nach Gerechtigkeit fertigt er eine Karikatur an, die die ortsansässige Zeitung auch tatsächlich druckt...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2002

Christiane Hammer fühlt sich sehr gut unterhalten von dieser chinesischen "Kohlhaasiade", als die sie das Buch bezeichnet. Zwar hinkt ihrer Meinung nach der Vergleich mit Michael Koolhaas, denn Shao Bin, der Protagonist dieser Geschichte ist nicht auf der Suche nach Gerechtigkeit, sondern will lediglich selbst ein Stück vom Kuchen im postsozialistischen China abhaben. Das gelingt ihm auch, und diesen Weg beschreibt der Autor Ha Jin in einer "eigentlich traurigen Geschichte", die aber trotzdem voll "doppelbödiger Komik" und einer gehörigen Portion Screwball-Dramaturgie stecke. So etwas richtig Neues ist das aber nach Hammers Meinung nicht, sie verweist auf andere chinesische Autoren, zum Beispiel Feng Jicai, denen ähnliche Gesellschaftsporträts gelungen sind. Aber dadurch lässt sich Hammer den Spaß nicht verderben - sie beklagt lediglich die Leistung des Lektorats, das viele Fehler aus der Vorabversion des Buches nicht herauskorrigiert hat.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.05.2002

Der chinesische Schriftsteller Ha Jin lebt seit 1985 in den USA und schreibt auf Englisch. Seine Novelle "Im Teich", die nun auch in deutscher Übersetzung vorliegt, ist bereits vor vier Jahren geschrieben worden, informiert die Rezensentin Judith von Sternburg vorab. Es sei schwierig gewesen, dieses kleine Büchlein auf dem Buchmarkt zu placieren, zitiert sie den Autor, denn es handle sich um eine Komödie, ein Genre also, das "angesichts der Tragik des Lebens" schwer zu verkaufen sei. Die Rezensentin hingegen findet, dass gerade der Witz das Schlimme häufig besser zur Geltung bringt als tragische Erzählformen, und "Im Teich" dafür ihrer Meinung nach ein exzellentes Beispiel. Sie sieht in der Novelle eine "erstaunlich harte und komische Verhohnepiepelung des Themas vom 'Kohlhaas' und vom 'Zerbrochenen Krug'". Auch wenn das Buch vielleicht wie ein "Lehrbuch über chinesische Politik" wirkt, ist es für von Sternburg eher eines über den Menschen schlechthin. Sie lobt den "federleichten Ton" Ha Jins und weist besonders auf die exotischen Bilder und die bedeutungsreichen "Markennamen" hin, die in der Übersetzung von Susanne Hornfeck offenbar nichts von ihrer sprachlichen Wirkung eingebüßt haben.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.01.2002

Ha Jins vorhergehender Roman hieß "Warten" und hat es laut Kai Martin Wiegandt selbst hierzulande zu einiger Popularität gebracht. Auch diesmal sei das Warten eine zentrale Metapher, meint er - als Alternative zum cholerischen Charakter von Jins Protagonisten, einem Underdog und Fabrikarbeiter, der sich gegen eine Schikane in der Wohnungszuweisung auflehnt, weil er nun mal nicht anders kann. Er macht damit ungeahnt Furore und am Ende als Kunstkader in der Propagandaabteilung seines Betriebes Karriere. Das hört sich fast an wie eine Satire, und in der Tat hat die Novelle ihre komischen Seiten, aber durchaus auch dramatische Seiten, betont Wiegandt. Eine für den Rezensenten rundum gelungene Erzählung, die es schafft, das Bild eines Mannes zu zeichnen, der "nur dadurch ungewöhnlich ist, dass er seine Gewöhnlichkeit kläffend zur Schau stellt", schreibt er.

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