Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Rolf Aurich, Stefan Reinecke (Hrsg.)
Jim Jarmusch
Klappentext
Jim Jarmusch ist der wohl bedeutendste Independent-Regisseur Amerikas. Mit Filmen wie "Stranger than Paradise", der 1984 die Camera d'Or in Cannes gewann, und "Down by Law" entwickelte er einen ureigenen Stil, der geprägt ist von Coolness, Lakonie und einem untrüglichen Gespür für skurrile Gestalten und Situationen. Besondere Popularität gewinnt Jarmusch durch seine Nähe zur Musikszene, durch die Zusammenarbeit etwa mit Tom Waits und Neil Young. Auch die ab Juli/August 2001 erstmalig in den deutschen Kinos laufende Neil-Young-Dokumentation wird mit einem eigenen Artikel gewürdigt. Neben Texten zu allen seinen Filmen und verschiedenen Essays enthält das Buch außerdem ein ausführliches Interview mit Jarmusch.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.02.2002
Die vierzehn Autoren dieser Aufsatzsammlung sind allesamt Fans von Jim Jarmusch. Das kann Rezensent Peter W. Jansen gut verstehen, es erklärt für ihn auch die ausgesprochen gründliche, ja "liebevolle" Edition, die "unerhört komplette und bewundernswerte" Filmografie und Bibliografie und die Bilderfülle. Aber auch, wenn Jansen dem Werk viele Leser und Jarmusch viele Fans wünscht - ein paar Schwierigkeiten ergeben sich doch aus dieser Konstellation. Zu wenig kritisch wird hier mit Jarmusch umgegangen, findet Jansen, und beim Versuch, Jarmusch gerecht zu werden, verfallen die Autoren immer wieder in "eine Mischung aus vor eitler Belesenheit stammelndem philosophischem Geraune und Disco-Sound". Den besten Eindruck von Jarmuschs Arbeitsweise erhält man aber, wenn er selbst - in den zahlreichen Zitaten - zu Wort kommt, meint er. Auch die neun Aufsätze zu seinen Filmen sind für den Rezensenten durchaus eine Freude - sie rufen Filmbilder im Kopf wieder hervor. Die ständigen Wiederholungen, wenn alle Autoren in jedem Aufsatz noch mal ihre eigenen Erkenntnisse verbreiten müssen, haben ihn aber leicht genervt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2002
Thomas Meder deutet in der Rezension der Monografie zu Jim Jarmusch den Regisseur als Vertreter und Identifikationsfigur der um 1960 Geborenen. Als solchen macht ihn der Band, der aus einem Interview, einem längeren Essay und Texten zu jedem einzelnen Film besteht, wohl vor allem in seinen "Vernetzungen mit den musikalischen Orientierungen" kenntlich. Hierin sieht Meder "ein großes Verdienst". Zu den einzelnen Texten, auch zum Essay schreibt er nichts, außer dass hier "namhafte Kritiker" versammelt wurden. Das Urteil über den Rang des Regisseurs geht, wie der Rezensent mitteilt, auseinander: Die einen sehen ihn als "Eklektiker", die anderen als "Mann der Achtziger". Meder äußert sich selbst nicht klar, lobt jedoch das Buch dafür, dass Jarmusch darin "neu zu entdecken" ist.
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