Herausgegeben von Albrecht Beutel. Band 1/5 herausgegeben von Tobias Jersak und Georg Friedrich Wagner. Die Kritische Spalding-Ausgabe beendet einen forschungspraktischen Notstand. Sie wird die Schriften (Erste Abteilung) und Predigten (Zweite Abteilung) erstmals in einer den Textbestand aller Auflagen integrativ darbietenden Edition zugänglich machen. In handlichen Einzelausgaben der Hauptwerke sowie einer Sammlung der kleineren Schriften Spaldings wird der diplomatisch wiedergegebene Text einschließlich der Varianten der unterschiedlichen Auflagen durch knappe, sachbezogene Einleitungen, den Nachweis direkter Zitate sowie durch ausführliche Sach-, Personen- und Ortsregister ergänzt. Das Erbe des "Königs der Neologen" soll dem beginnenden 21. Jahrhundert in einer wissenschaftlichen Leseausgabe anvertraut werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2002
Friedrich Wilhelm Graf porträtiert mit Johann Joachim Spalding einen Mann, der so etwas wie der Franz Alt des 18. Jahrhunderts gewesen sein muss: ein populärer Aufklärer und Religionsphilosoph, der sich durch die Berliner Salons plauderte und mit seinen Statements für ein undogmatisches "Herzens- und Vernunftschristentum" bei Monarchie und Kirchenobrigkeit aneckte, dafür aber in der Bevölkerung auf große Sympathien stieß. Dies erklärt auch, so Graf, den großen publizistischen Erfolg seines theologisch-literarischen Vermächtnisses, das er noch zu seinen Lebzeiten schrieb: "Religion, eine Angelegenheit des Menschen". Es erlebte damals vier Auflagen, teilt Graf mit, und von Mal zu Mal wurde der Text länger. Die Herausgeber hätten sich überzeugend für die zweite Fassung als Haupttext entschieden, die anderen Textvarianten würden im Anhang dargestellt. Überhaupt, lobt Graf, sei dieser Band ein mustergültiges Beispiel für eine textkritische und buchtechnisch einwandfreie Edition.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…