Peter Kapitza

Engelbert Kaempfer und die europäische Aufklärung

Dem Andenken des Lemgoer Reisenden aus Anlass seines 350. Geburtstags am 16. September 2001
Cover: Engelbert Kaempfer und die europäische Aufklärung
Iudicium Verlag, München 2001
ISBN 9783891299913
Kartoniert, 48 Seiten, 7,50 EUR

Klappentext

Dass der Japanforscher Engelbert Kaempfer (1651-1716) in Deutschland ein verkannter Prophet ist, ist eine lieb gewordene Legende. Sie hält sich ebenso hartnäckig wie die Vorstellung, Japan hätte sich während der zwei Jahrhunderte seiner restriktiven Ausländerpolitik von der Außenwelt völlig isoliert. Doch Engelbert Kaempfer, nicht von missionarischem, aber von umso größerem wissenschaftlichen Ehrgeiz getrieben, konnte der gelehrten Welt eine umfassende Vorstellung vom Japan seiner Zeit vermitteln. Während in Europa Philosophen wie Malebranche oder Bayle die wissenschaftliche Neugierde gegenüber einem strengen kirchlichen Dogmatismus verteidigen, praktiziert Engelbert Kaempfer sie mit aller Unvoreingenommenheit des naturwissenschaftlich gebildeten und von religiöser Toleranz geprägten Beobachters. Das begründet über die Parallelität der Lebensdaten hinaus seine Zeitgenossenschaft zu Leibniz (1646-1716), Newton (1643-1727) und Pierre Bayle (1647-1706). Das gelehrte 18. Jahrhundert hat ihm seine Autorität in japonicis vielfach dankbar bestätigt. Davon handelt die vorliegende Studie.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.01.2002

Nicht einmal denjenigen, die gerne Literatur der Aufklärung lesen, ist Engelbert Kaempfer, 1651 im westfälischen Lemgo geboren und in Lieme bei Lemgo im Jahr 1716 verstorben, ein Begriff, weiß Ludger Lütkehaus. Dabei war der Asienreisende und -forscher, der im Auftrag der Niederländisch-Ostindischen Compagnie viele asiatische Länder und in den Jahren 1690 bis 1692 Japan bereist hatte, die wesentliche Informtionsquelle des 18. Jahrhunderts und wurde von Voltaire, Lessing, Wieland und Goethe hoch geschätzt, berichtet der Rezensent. Den 350. Geburtstag von Kaempfer nahm der Iudicium-Verlag zum Anlass, eine auf drei Bände konzipierte historisch-kritische Ausgabe herauszugeben. Die Bände 1 und 2 sind erschienen sind, Band 3 soll in diesem Jahr folgen. Die ersten Bände enthalten, so Lütkehaus, das japanologische Werk sowie Briefe und Zeichnungen des Weitgereisten, versehen mit einem "eingehenden" Kommentar und einem detaillierten Register. Da ist dem Verlag ein Auftritt mit "philologischer Akkuratesse" gelungen, der auch noch "bibliophil besticht", ruft der Rezensent begeistert aus, ganz abgesehen davon, dass er den Inhalt höchst spannend findet und sicher ist, dass diese Bände jedem "Liebhaber von Japonica" große Freuden bescheren werden. Kaempfer berichte über alles, über die Geografie, die Botanik, die Zoologie, die Sprache, die Kultur, die Religion, und zwar mit unverstelltem Blick, meint der Rezensent, sehe man von einigen religiösen Vorurteilen ab. Und wer noch mehr über Kaempfer erfahren will, dem legt Lütkehaus die rezeptionshistorische Studie von Peter Kapitza (Engelbert Kaempfer und die europäische Aufklärung, Iudicum-Verlag, München 2001)ans Herz, auf die er in seiner langen Besprechung allerdings nicht näher eingeht.

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