Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Mit einem Nachwort von Hermann Kinder. "Die Riesenzwerge", das 1964 erstmals erschienene und von der Kritik hochgelobte Debüt der Schriftstellerin Gisela Elsner, begründete ihren schlagartigen Ruhm einer "Meisterin des bösen Blicks". Als "Humorist des Monströsen" (Hans Magnus Enzensberger) beschreibt Gisela Elsner das morbide Innenleben des bundesdeutschen Kleinbürgertums, hinter dessen Fassade aus Pflichtbewußtsein, Akuratesse und Anstand sich ein Abgrund menschlichen Verfalls auftut. Ihre Protagonisten, der alles dominierende Oberlehrer Leinlein, dessen verhuschte Frau und der kleine Lothar Leinlein werden zu Figuren in einem Spiel voller komischer, trauriger, grotesker Züge: dem Alltag einer Kleinfamilie.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.05.2002
"Die Riesenzwerge" war das schriftstellerische Debüt und der einzige Erfolg der 1992 durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Gisela Elsner, berichtet Katharina Rutschky. Bekannter als ihr schriftstellerisches Werk wurde ihr Leben, das Elsners Sohn Oskar Roehler 1999 in seinem Film "Die Unberührbare" nachzeichnete. Nun liegt der Roman wieder als Taschenbuch vor, ergänzt um ein Nachwort von Hermann Kinder. Darin geht Kinder, so die Rezensentin, den Gründen nach, warum Elsner nach diesem "preisgekrönten" Werk keinen schriftstellerischen Erfolg mehr hatte. Auf den Inhalt des Romans geht Rutschky nicht ein, vielmehr auf die Autorin, die mit ihrer "ungebändigten Lust an der Groteske" eine ältere Schwester Elfriede Jelineks gewesen sein könnte, denkt die Rezensentin. Umso erstaunter ist sie, dass die Feministinnen Elsner noch nicht für sich entdeckt haben. Schließlich war sie, weiß Rutschky, "nie ein nettes Mädchen", sondern vielmehr eine Frau, die alle Konventionen ablehnte und schließlich ihr "absolutes Außenseitertum" in Alkohol und Nikotin ertränkte. Für ihr beträchtliches Talent und ihre bedingungslose Unangepasstheit hat Elsner, so die Rezensentin, einen "hohen Preis" gezahlt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.01.2002
Das 1964 erschienene und 2001 wieder aufgelegte Romandebüt wird von dem Rezensenten Rainer Moritz besprochen. Er erinnert an die heftigen Reaktionen, die das Buch seinerzeit ausgelöst hat und die er heute kaum noch nachvollziehen kann, denn er meint, der Roman habe für heutige Leser seine "aufreizende Schärfe verloren". Das Buch habe wohl nur noch "literarhistorische" Bedeutung, so der Rezensent, der es auch "künstlerisch" wenig befriedigend findet.
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