Die Ausstellung Vernichtungskrieg: Verbrechen der Wehrmacht 1941-1945 sorgte für heftige öffentliche Diskussionen. Das Buch zeigt, wie sich in der neuen Bundesrepublik eine veränderte Sicht auf den Nationalsozialismus durchsetzt. Die Ausstellung des Hamburger Instituts für Sozialforschung brach mit der Legende von der "sauberen" Wehrmacht, auf die sich das Selbstverständnis vieler Deutscher bis heute gründet. Militärhistoriker und Publizisten beschreiben die Folgen der Vergangenheitspolitik seit der frühen Adenauer-Ära für den Aufbau und das Traditionsverständnis der Bundeswehr sowie das geistige Klima in der Bundesrepublik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.03.2002
Letztlich doch enttäuscht zeigt sich Rezensent Joachim Käppner von diesem ansonsten "lesenswerten" und "kenntnisreichen" Buch, das aber die erfolgreiche Entmystifizierung der deutschen Wehrmacht und die damit verbundene Veränderung in Bundeswehr und deutscher Gesellschaft in den letzten 10 Jahren nicht ausreichend zur Kenntnis nehme. Stellenweise offenbar im Zorn geschrieben, wird, laut Käppner, auch den Politikern misstraut, die sich offen mit der NS-Vergangenheit auseinandersetzen. Auch wenn der Rezensent ebenfalls von unangebrachten Äußerungen zum Bundeswehreinsatz im Kosovo-Krieg weiß, vermisst er die Analyse der Gründe, weshalb die Bundeswehr zur "Interventionsarmee" wird. Stattdessen werde der Eindruck erweckt, die Militäreinsätze richteten sich gegen "tapfere kleine Völker, die ihren Lebensstil gegen die düsteren Mächte westlich-deutscher Großmannssucht verteidigen".
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…