Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2001
Als einen universal gebildeten Gelehrten alten Typs schildert Frank-Rutger Hausmann André Jolles, dessen Lebensweg er in der Kritik des vorliegenden Briefwechsel anschaulich schildert: ein Niederländer, der vom Ruf der deutschen Universitäten angezogen nach Deutschland zog, sich dort naturalisieren ließ und am 1. Mai 1933 in die NSDAP eintrat. Heutigen Literaturwissenschaftlern sei er vor allem noch durch sein bis heute aufgelegtes Buch "Einfache Formen (Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz)" bekannt. Der Briefwechsel aber scheint Hausmann eher enttäuscht zu haben, nicht nur weil ein Teil der Briefe ausschließlich in Niederländisch abgedruckt ist. Jolles, so resümiert Hausmann, scheint eher ein Mann des Gesprächs gewesen zu sein. Die geisteshistorischen Themen würden in den Briefen fast immer nur angerissen. Nur der Briefwechsel mit Aby Warburg scheint Hausmann momentweise getröstet zu haben. Insgesamt aber findet er den Band allenfalls als "kulturgeschichtlichen Bilderbogen" von einigem Interesse.
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