Bücherschau der Woche
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Gottfried Keller
Studien- und Notizbücher
Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe unter der Leitung von Walter Morgenthaler. Band 16.1 und 16.2
Klappentext
Hrsg. im Auftrag der Stiftung Historisch-Kritische Gottfried Keller-Ausgabe von Walter Morgenthaler, Peter Villvock, Thomas Binder, Peter Stocker. Umfang: 32 Bände (und 1 Einführungsband). Erscheinungsweise: 2 - 3 Bände pro Jahr. Preis bei Subskription: 172 Mark. Subskriptionsende: bei Abschluss der Edition (Preis- und Terminänderungen vorbehalten, wobei der Subskriptionspreis immer mindestens 15 % unter dem Einzelpreis liegt.). Die Edition erscheint als Koproduktion beim Stroemfeld Verlag Basel und Frankfurt am Main und dem Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.01.2002
Zwei Bände aus der neuen historisch-kritischen Keller-Ausgabe (HKKA) des Stroemfeld Verlags legt uns Ludger Lütkehaus nahe: Band 16.1: Studienbücher sowie Band 16.2, der die Notizbücher Kellers enthält. Schätzt Lütkehaus die Notizbücher, "deren Schwerpunkt zwischen 1845 und 1852 und in den siebziger Jahren liegt", weil sie "Seitenstücke, Nebenwege" des literarischen Werks bilden (so ein Fragment über das Reifsein zum Tode, das zum "Grünen Heinrich" gehört), erhellen ihm die Studienbücher mit ihrer "Ortografie-Chaotik" ("Karrengetöffel" für Kartoffel) das Werden des Schriftstellers Keller, "der noch zwischen künstlerischer und literarischer Tätigkeit schwankt und verschiedene Rollen, Stillagen, Textgattungen" erprobt. Den "diplomatisch getreuen" Druck des Bandes (den Lütkehaus als "strikteste Treue" erklärt, die der Leser anhand der mitgelieferten Faksimiles überprüfen könne) hält der Rezensent für angebracht und gibt ihm gegenüber der älteren "Konkurrenzausgabe" des Deutschen Klassiker Verlags den Vorzug: Dem Gewinn an leichterer Lesbarkeit, "modernisierter" Schreibweise und normalsprachlicher Korrektheit stehe in der HKKA die "größere Authentizität, das auch sprachlich wirrere, also umso lebendigere Leben entgegen". Ebendies lacht dem Rezensenten auch aus den auf den Faksimiles in beiden Bänden wiedergegebenen Skizzen und Zeichnungen Kellers entgegen. Von einer "entblößten weiblichen Brust, Totenköpfen, einer 'Melancholia'".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2001
In einer langen Besprechung lobt Rezensent Wolfram Groddeck nachdrücklich diese Gottfried-Keller-Ausgabe, die ein neues Licht auf Kellers Werke und deren Kontext in Print und elektronisch auf einer mitgelieferten CD werfe. Nun gibt es die beiden Teilbände 16.1 und 16.2, die Studienbücher und die Notizbücher, in denen Keller seine Einfälle für spätere Texte festgehalten hatte, informiert der Rezensent.
Die umfangreichen Studienbüchern aus den Jahren 1836 bis 1841 geben Aufschluss über eine Lebensphase von Keller, in der er zwischen der Berufswahl zum Maler oder zum Schriftsteller schwankte, berichtet Groddeck. Deutlich werde dies anhand der Mischung von Textentwürfen und Zeichnungen sowie in den Motivsammlungen, in denen Keller sowohl Notizen über Texte als auch über Bilder festhielt. Außerdem finden sich hier Exzerpte und "Schriftspiele" und schließlich erste Lyrik und Prosa von Keller, die er später allerdings nicht weiter bearbeitete, erzählt der Rezensent. In jedem Fall, ist Groddeck überzeugt, lerne der Leser hier die kleine und geschlossene Welt des jungen Keller kennen.
Der zweite Teilband enthalte die elf Notizbücher aus den Jahren 1845 bis 1852 sowie aus den siebziger Jahren, informiert Groddeck. Eine bunte Mischung aus Adressen, Kalkulationen, Zeichnungen, Gelegenheitsnotizen, Werknotizen. Hier begegne dem Leser der Schriftsteller Keller bei der Arbeit, verspricht der Rezensent, vieles könne man wiedererkennen, zum Beispiel in den Konzepten für später berühmt gewordene Werke von Keller. Vor allem aber freut sich der Rezensent darüber, hier "erstmals einen unverstellten Blick in die intime Werkstatt des Dichters" erhalten zu haben.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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