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Heinrich August Winkler
Der lange Weg nach Westen, Band 1
Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik
Klappentext
Gab es ihn oder gab es ihn nicht, den umstrittenen "deutschen Sonderweg"? Das ist die Leitfrage, von der Heinrich August Winklers zweibändige Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zur Wiedervereinigung ausgeht.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Heinrich August Winkler bei C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.01.2001
Das richtige Buch zum richtigen Zeitpunkt: Ralph Bollmann findet große Worte und erhebt Heinrich August Winkler zum "repräsentativen Historiker" der "Berliner Republik". Winkler habe ein neues Standardwerk verfasst, das er dem "zu bunten" Gesellschaftspanorama von Thomas Nipperdey und der mit Zahlen und Statistiken überfrachteten Gesellschaftsgeschichte Hans-Ulrich Wehlers vorzieht. Einwände, Winkler habe wesentliche Bereiche wie Kultur, Wirtschaft, Gesellschaft außer Acht gelassen, schiebt Bollmann mit der Bemerkung zur Seite, es handele sich nicht etwa um eine "Totalgeschichte", sondern um eine "Problemgeschichte", die das Verhältnis der Deutschen zu Nation und Demokratie untersucht. Erst jetzt, seit der Vereinigung im Jahr 1990, ließe sich behaupten, Deutschland sei im Westen angekommen: "ein langer Weg". Eine Zäsur gab es 1933, folglich endet dort der erste und beginnt der zweite Band. Die vom Verlag in den Vordergrund geschobene Frage nach einem "deutschen Sonderweg" beantworte die Lektüre auf erstaunliche Weise, schreibt Bollmann: Winkler warte mit umfangreichem Quellenmaterial auf, das die antiwestlichen Ressentiments von rechts wie links gründlich belege. Es gibt Wege, "die noch besonderer sind als die anderen", zitiert Bollmann den Historiker. Und sei es nur, dass sie eben lange dauerten.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2000
In einer recht umfangreichen Rezension weist Dan Diner darauf hin, dass die Stärken Winklers seiner Ansicht nach in der Beschreibung von "großen Umbrüchen deutscher Geschichte" liegt. Hier zeige sich Winkler als "Parteien- und Institutionenhistoriker", dem daran gelegen ist, auch über seinerzeit (verpasste) Alternativen nachzudenken, beispielsweise beim Übergang vom Kaiserreich in die Republik oder später zu Hitler. Neben zahlreichen Informationen zum Inhalt bietet Diner Informationen über den Autor und seinen historiografischen Blickwinkel, wobei er auf das "ausgesprochen politisch formatierte Interesse" Winklers an der Thematik aufmerksam macht. Mit dem vorliegenden Band habe sich Winkler erneut als hervorragender Kenner seines Fachs gezeigt, allerdings hält Diner die Ausführungen über die Zeit bis 1890 für eher zäh und zu sehr an "Quellenzitaten" orientiert. Besser gefallen ihm die Passagen über die Zeit von 1890 bis zu Hitlers Machtergreifung, wegen der "durchgehend zügigen, souveränen und spannenden Erzählweise".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000
Für nichts weniger als einen "großen Wurf" hält Volker Ullrich die auf zwei Bände angelegte "Deutsche Geschichte" Heinrich August Winklers. In seiner eingehenden Buchbesprechung hebt Ullrich lobend hervor, dass Winkler sich nicht allein auf die "Haupt- und Staatsaktionen", sondern auch auf soziologische und kulturelle Aspekte konzentriert und damit in "methodischer Hinsicht flexibel" bleibt. Zwar merkt er kritisch an, dass Grundthese des Bandes - nämlich dass die wichtigste Verbindung zwischen Hitler und dem Großteil des gebildeten Deutschlands der "Mythos vom `Reich`" gewesen sei - überzeugender und eingehender durch Quellen hätte belegt werden können. Doch sieht er sich durch die vielfältigen "scharfsinnigen Interpretationen" und den hervorragenden Stil des Buches entschädigt. Ullrich rühmt die Vielfalt der Gesichtspunkte Winklers, und er schätzt seine fundierten Urteile. Fast widerwillig merkt er zum Schluß doch noch zwei Kritikpunkte an: zum einen scheinen ihm manche Deutungen zu stark durch Winklers politische Sympathien motiviert, zum anderen findet er die Gewichtung der einzelnen Teile der Arbeit nicht immer gelungen. Dies könne aber die "bedeutende Leistung" Winklers nicht mindern.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.03.2000
Rundum positiv bespricht Gregor Schöllgen den ersten Band der "Deutschen Geschichte" des an der Berliner Humboldt-Universität lehrenden Historikers Heinrich August Winkler. An Gesamtdarstellungen neuerer deutscher Geschichte herrsche kein Mangel, aber Winkler könne ohne weiteres mit ihnen mithalten, indem er sich auf seine Hauptfrage konzentriere: Warum Deutschlands Weg nach Westen, d.h. zu einer freiheitlichen Demokratie mit funktierendem parlamentarischen System so lang gewesen ist? Winkler scheut dabei auch nicht vor unbequemen Fragestellungen und provozierenden Behauptungen zurück, schreibt Schöllgen, indem er beispielsweise den Antisemitismus als Feindbild einer in seiner Identität zutiefst verunsicherten Nation anführt und damit zum konstitutiven Element der Herausbildung des deutschen Nationalstats macht. Der erste Band endet mit der geschichtlichen Zäsur von 1933, der zweite soll im Herbst folgen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.03.2000
Von einem "ausgezeichneten Geschichtswerk" berichtet Wilhelm von Sternburg. `Keine Totalgeschichte, sondern eine Problemgeschichte` lege er vor, zitiert der Rezensent dann den Autor dieses Werks und besieht darauf hin deutsche Probleme: eine allgemeine Hybris, ideologische Blindheit und egozentrischer Machtwillen - von der französischen Revolution bis zum Untergang der Weimarer Republik. Natürlich schreibe Winkler die deutsche Geschichte nicht neu, aber trotzdem ein spannendes Buch. Worin diese Spannung besteht, kann der Rezensent allerdings nicht wirklich vermitteln. Eher den Eindruck, hier lobt ein Lehrer einen guten Schüler
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