Ein reich illustrierter Materialienband als Begleitung zur dreiteiligen ARD-Fernsehdokumentation. An der Nahtstelle zwischen Ost und West stand von 1945 bis 1994 jederzeit kampfbereit eine mit modernsten Waffen ausgerüstete Armee: die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, zunächst Besatzungstruppe, später militärischer Vorposten der östlichen Hauptmacht. Anhand von neuen Dokumenten und Zeitzeugenberichten beleuchten die Autoren die unmittelbare Nachkriegssituation, den Aufbau der Sowjetischen Militäradministration in der SBZ, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der SBZ/DDR und der UdSSR sowie die Struktur und Aufgabenstellung der Roten Armee im Osten Deutschlands.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2002
Die als Begleitbuch zu einer Fernsehserie verfasste Studie schließt eine Lücke. Vergleichbares über Struktur, Erscheinungsformen und Wandel des zwischen Elbe und Oder stationierten sowjetischen Militärs ist Rezensent Rolf Helfert noch nicht untergekommen. Die anschauliche Darstellung des "furchtbaren Alltags sowjetischer Soldaten", ergänzt durch Informationen über ökologische Altlasten, frühere Liegenschaften und Kriegsdenkmäler, sieht Helfert bisweilen erweitert zu einer "Gesamtdarstellung zur Geschichte der DDR". Dass die Autoren für ihre Arbeit ausschließlich deutsche Archive benutzt haben, erscheint dem Rezensenten allerdings als Manko. Wichtige Fragen, etwa zu eventuellen Angriffsabsichten der sowjetischen Besatzer, blieben so unbeantwortet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.02.2002
Für den Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat an der FU Berlin, Rezensent Manfred Wilke, ist diese populärwissenschaftliche Darstellung der "sowjetischen Präsenz" in der SBZ und DDR verdienstvoll, denn sie rufe ein "schwieriges und dunkles Kapitel der Nachkriegsgeschichte in Erinnerung". Dass aus dem Buch dabei immer auch die eigene Betroffenheit der Autoren, zweier "ostdeutscher Historiker", spricht, stört Wilke dabei nicht - im Gegenteil. Für ihn bezieht der Begleitband zur gleichnamigen ARD-Fernsehdokumentation gerade daraus die "Kraft der Argumentation".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2001
Großes Lob hält Winfried Heinemann für dieses Buch bereit, das er klug konzipiert, kenntnisreich zusammengetragen und ansprechend geschrieben findet. Es beginnt mit dem Einmarsch der Roten Armee in Deutschland 1945 - ohne dass die verübten Grausamkeiten verschwiegen oder ausgeschlachtet würden, meint Heinemann - und endet mit dem Abzug der Truppen nach der Wende. Was Heinemann an dem Buch so gut gefällt, ist die Fülle an Einzelgeschichten, die den großen geschichtlichen Bogen erhellen und in "sprechenden Details" vermitteln. Zur Sprache kommen nach Heinemann auch die ganzen sozialen Verflechtungen, die die Truppenstationierung für die sowjetischen Soldaten selbst wie für die deutsche Bevölkerung und die politischen "Gastgeber" mit sich brachte. DDR-Alltag eben: Straftaten von sowjetischen Soldaten, Verkehrsgefährdung durch Panzer, Wohnpolitik. Selbst dem Umgang mit den sowjetischen Ehrendenkmälern im vereinten Deutschland ist ein eigenes Kapitel gewidmet, das für Heinemann auf sympathische Weise das historische Interesse der beiden Autoren mit der Gegenwart verbindet.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…