Herausgegeben von Norbert Oellers, Heinz Rölleke und Itta Shedletzky. Bearbeitet von Karl Jürgen Skrodzki und Itta Shedletzky. Die bislang, wenn überhaupt, nur in Auszügen bekannten Texte aus dem Nachlass lassen in besonderer Weise deutlich werden, welche Zäsur das Jahr 1933 für Werk und Leben Else Lasker-Schülers darstellt. Meist handelt es sich um Aufzeichnungen, in denen sie sich mit dem Exil auseinandersetzt, dem Judentum und Palästina, aber auch mit ihrer Sehnsucht nach Berlin, das sie nie wiedersehen wird. Der Band enthält ferner die beiden Erzählungen "Der Wunderrabbiner von Barcelona" und "Arthur Aronymus" sowie die Streitschrift "Ich räume auf! Meine Anklage gegen meine Verleger". Aufgenommen sind auch die Beiträge Else Lasker-Schülers für Zeitschriften und Zeitungen ab 1921.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2001
Beate Tröger ist alles in allem sehr angetan vom 4. Band der kritischen Ausgabe von Lasker-Schülers Werken nebst Anmerkungsband. Sie begrüßt, dass nun "endlich" sämtliche, zwischen 1921 und 1945 erschienen Prosaschriften der Autorin in einem Band versammelt sind und freut sich, dass die Veröffentlichung "eine Lücke" schließt. Nicht ganz glücklich ist die Rezensentin allerdings mit der Entscheidung der Herausgeber, in der Ausgabe eine Trennung der Gattungen vorzunehmen, denn dadurch werden ihrer Ansicht nach Texte auseinandergerissen, die zusammengehören, weil die Autorin häufig Poesie und Prosa in einem Text vereine. Davon abgesehen aber liefere das Buch "neue Perspektiven", lobt Tröger, auch wenn der insgesamt sehr nützliche Anmerkungsapparat mitunter etwas zu "detailliert" sei. Besonders begrüßenswert findet sie, dass durch die vollständige Edition der Texte aus der Zeit nachvollziehbar wird, wie "drastisch sich Emigration und Exil" auf die Arbeiten der Autorin, die 1933 Deutschland verließ, ausgewirkt haben.
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