Sachbuch oder nicht? Eine Frage, die Jens Thiele gar nicht eindeutig beantworten kann, schließlich entspricht der Band den Maßstäben eines Sachbuchs absolut nicht, lehrreich aber ist es dennoch. Für den Rezensenten ist das so ungewöhnlich wie interessant. Wenn der Autor sich als Sammler (aus verschiedensten naturwissenschaftlichen und lyrischen Quellen), Forscher und Künstler zugleich betätigt, Politisches und Privates, Profanes und Philosophisches durcheinander mischt, so findet Thiele das der Natur eigentlich ganz angemessen. Zwar warnt er den Leser auch, nur ja keine zu hohen Ansprüche an Lesbarkeit oder Prägnanz zu stellen (z.B. sei die Handschrift des Autors auf den eigenwillig bemalten Untergründen oft nur schwer zu entziffern), das "bewusst Anarchische" solcher Eigenheiten indes findet er wiederum adäquat: "Sich der Anstrengung des Lesens auszusetzen ist Teil dieser Naturannäherung." Eine bloße Skurrilität ist das Buch also ganz gar nicht, das belegen auch "die bibliografischen Hinweise und Informationsquellen am Ende" und der Umstand, dass es den Rezensenten zum Nachdenken angeregt hat - über eine ästhetische, geduldige Annäherungsweise an und das Verhältnis des Menschen zur Natur.
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