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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Dieter Schenk

Auf dem rechten Auge blind

Die braunen Wurzeln des BKA

Cover: Auf dem rechten Auge blind

Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2001
ISBN-10 3462030345
ISBN-13 9783462030341
Gebunden, 371 Seiten, 22,96 EUR

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Klappentext

Das Bundeskriminalamt wurde von NS-Verbrechern aufgebaut - über die Ergebnisse seiner Recherche ist selbst BKA-Insider Dieter Schenk entsetzt. Schlimmer noch: Bis heute setzt sich die Polizeibehörde nicht mit ihrer braunen Vergangenheit auseinander - und bekämpft rechtsextreme Gewalttäter höchstens halbherzig...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.03.2002

Ein schon älteres Buch des Autors über das BKA hatte die Abgeordnete Ulla Jelpke zu einer kleinen Anfrage über dessen braune Vergangenheit veranlasst. Die Antwort besagte lapidar, berichtet Rezensent Wolfgang Gast, das BKA habe keine nationalsozialistische Vergangenheit, weil es erst 1951 gegründet worden sei. Nach der Lektüre von Schenks neuestem Buch weiß er: diese Aussage ist falsch. Schenk, ein Insider, der bis Mitte der 80er Jahre beim BKA gearbeitet hat, weise nach, dass 'fast die Hälfte der 47 BKA-Chefs als NS-Verbrecher im krininologischen Sinne bezeichnet werden müssen', zitiert Gast den Autor. Gast führt die Verstrickungen der früheren BKA-Führungsleute auf, ohne diese beim Namen zu nennen: Gestapo-Mitgliedschaft, Einsätze bei Exekutionen in Polen und Weißrussland. Die meisten aber waren "Schreibtischtäter", so Gast, die das BKA nicht nur nach den Organisationsprinzipien der NS-Kriminalpolizei aufgebaut hätten, sondern auch deren Terminologie verhaftet blieben. Auf eine Einschränkung Schenks weist Gast hin: die "Alt-Kriminalisten im BKA" seien keine offenen Nazis gewesen, sie hätten sich den Spielregeln der neuen Ordnung angepasst.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.11.2001

Man merkt Friedemann Bedürftig die Genugtuung an, die er beim Lesen des Buches "Auf dem rechten Auge blind" über die dunkle Vergangenheit des BKAs empfunden hat: Endlich hat es mal jemand aufgeschrieben. Und dass es der ehemalige Polizist und jetzige Honorarprofessor für Geschichte des Nationalsozialismus Dieter Schenk getan hat, ist ihm dabei auch nur recht, bürge er doch für zweifache Qualifikation. Allein am Untertitel des Buches hat Bedürftig etwas auszusetzen: "'Die braunen Wurzeln des BKA' wirkt fast verniedlichend, denn die Gründer-Crew war nicht bloß 'braun', sondern personell, strukturell und vom Selbstverständnis her ein 'Abklatsch', so Schenk, des Reichskriminalpolizeiamtes im Reichssicherheitshauptamt (RSHA). Schlüsselfigur war Anfang der fünfziger Jahre Paul Dickopf, der sich gern als 'Architekt des BKA' apostrophieren ließ . Dankbar nimmt Bedürftig zudem zur Kenntnis, dass Schenk mit zwei weiteren Legenden aufräumt: Zum einen, dass die SS-Ränge der Reichskriminalbeamten "automatische Angleichungsernennungen" gewesen seien, zum anderen, dass die Kripo immer "sauber" geblieben sei, und nur die Gestapo die Komplizin des Unrechtsregimes gewesen.

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