Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Fay Weldon

Miss Felicitys kleine Geheimnisse

Roman

Cover: Miss Felicitys kleine Geheimnisse

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2001
ISBN-10 3455078842
ISBN-13 9783455078848
Gebunden, 414 Seiten, 22,96 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier. Nichts wirkt belebender auf eingeschlafene Freundschaften, Familienbande und die Mitmenschlichkeit als eine vermögende Verwandte, Freundin oder Nachbarin, die ins Altersheim geht. Felicity Bax' Entschluss, ihr malerisches Cottage auf Rhode Island mit dem Rundumsorglospaket einer Seniorenwohngemeinschaft zu vertauschen, beweist ein Maß an Lebenstüchtigkeit, das Argwohn verdient hat. Von Felicitys Unternehmungslust kann sich die Lieblingsenkelin Sophia King überzeugen, die für den Umzug aus London anreist. Sophia ist nicht nur Felicitys einzige Enkelin, sondern, wie die Halbwaise Sophia bedauert, auch deren einzige genetische Spur in der Welt. Als daher Felicity eine verheimlichte Schwester erwähnt, eröffnet sich der Enkelin ein wunderbarer Horizont potenzieller Verwandter...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.12.2001

In feministischen Kreisen werde Fay Weldon nicht mehr so gerne gelesen, berichtet Alexandra Kedves, seit sie öffentlich über Eiferinnen und Wächterinnen der feministischen Moral gespottet hat. Dennoch beginne der neue Roman mit einer Vergewaltigung, an deren Darstellung aus feministischer Sicht nichts zu bemängeln sei, meint Kedves. Für sie bietet der neue Weldon -Roman das beste, was die Autorin zu bieten habe: eine spannende, manchmal bissige und auch berührende Geschichte über Frausein früher und heute: die Entwürdigungen des Altseins kommen da ebenso vor wie das unerwünschte Single-Dasein in der Yuppie-Szene. Aber zugleich, gesteht Kedves, weist der Roman auch alle Schwächen der Autorin auf: Klischees statt Charaktere, zu wenig Tempo und Drive. Geschickte Eingriffe eines Lektors hätten da um Längen geholfen.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.10.2001

Der Roman von Fay Weldon, einer der "Grandes Dames des literarischen Feminismus", erzählt "die Geschichte dreier Generationen von Frauen", schreibt Rezensentin Ulrike Winkelmann: Eine alte Frau verliebt sich plötzlich und besteht auf Sexualität im Alter, eine junge Frau, Typ "urbaner Single", verliebt sich entgegen ihren ernüchternden Erfahrungen mit Männern wieder aufs Neue und drittens erfahre der Leser, was das alles mit Familie zu tun habe. Von einem reinen Lesevergnügen kann die Rezensentin nicht sprechen, obwohl es eigentlich nichts auszusetzen gebe, aber eben gerade darum: Die "Wohlkonstruiertheit und Routiniertheit des Erzählten", die filmischen Strukturen folgt, ist so offensichtlich, dass es den Leser anstrengt, findet Ulrike Winkelmann. Enttäuscht ist sie auch davon wie, der Roman das Thema Feminismus vertritt: Die Autorin wende sich zurück und zeige, dass es ältere Generationen leichter hatten, die aus "Gründen der Dekoration und der geordneten Fortpflanzung" geheiratet wurden. "Puh", macht die Rezensentin, die das offenbar nicht glauben kann.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren