Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Arabischen von Doris Kilias. Der ägyptische Autor Nagib Machfus schildert in diesem Roman das Lebensgefühl während der Ära Sadat. Er erzählt die Geschichte von Randa und Alwan, die schon seit Jahren verlobt sind. Nie werden sie genug Geld zusammenbringen können, um sich eine Hochzeit zu leisten. Zermürbt und verzweifelt trennen sie sich und suchen jeder das Glück auf eigene Faust. Als eines Tages der Präsident ermordet wird, beeinflusst dieses Ereignis das Schicksal der beiden auf tragische Weise.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.12.2001
Diese Rezension hat zwei Anlässe: das ist zum einen der 90. Geburtstag des Autors, der als erster Schriftsteller der arabischen Welt 1988 den Nobelpreis erhalten hat, und zum zweiten das Erscheinen von Machfus' jüngstem Roman auf deutsch. Etwa die Hälfte des Artikels widmet Renate Wiggershaus diesem Roman, der am Tag des Attentats auf den ägyptischen Staatspräsidenten Anwar el Sadat spielt. Nur auf den ersten Blick sei es verwunderlich, schreibt Wiggershaus, dass Machfus zwar Sadats außenpolitischen Kurs gegenüber Israel unterstützt habe, zugleich aber, wie in diesem Roman geschehen, dessen Wirtschafts- und Sozialpolitik geißle. Machfus beschreibt exemplarisch an drei Personen die soziale Verelendung des ägyptischen Mittelstandes mitsamt den psychischen Folgen, eine Folge der von Sadat begonnenen Hinwendung zum Kapitalismus. Wiggershaus rekapituliert in ihrem Artikel noch einmal die ägyptisch-israelischen Beziehungen und das Engagement des Autors, der mit seinem aufgeklärten Verhältnis zur eigenen wie anderen Religionen selbst der islamistischen Fatwa anheim fiel und schwerverletzt ein Attentat überlebte.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001
Man kann nicht sagen, dass sich Karl-Markus Gauß enthusiastisch über den neuen Roman des Nobelpreisträgers Machfus äußert, aber er scheint dennoch tief beeindruckt zu sein von dessen Abrechnung mit einer politischen Ära. Anhand zweier Morde, begangen zum einen an Präsident Sadat und zum anderem an einem korrupten Beamten, schildere Machfus eine Epoche in der ägyptischen Geschichte, die der Bevölkerung, ähnlich wie die vorangegangene, nicht viel Gutes gebracht habe. Die inneren Monologe der drei Erzähler fügen sich zu einem düsteren Gesellschaftsbild zusammen, so der Rezensent. Es sei ein "tieftrauriger" und "lapidarer Nachruf", den Machfus geschrieben habe.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.11.2001
Katharina Rutschky äußert sich ein wenig skeptisch zu dem Roman von Nagib Machfus, wobei ihre Kritik sich weniger auf den Inhalt bezieht als darauf, dass dieser Roman ohne Hintergrundwissen über die Politik und "Literatursoziologie" Ägyptens in seinen wichtigsten Botschaften dem Leser verschlossen bleibe. Im Mittelpunkt dieses Buches, das in der Regierungszeit Sadats spielt, steht ein Liebespaar, das aus Geldgründen nicht heiraten kann und sich jeweils einen älteren reichen Partner sucht . Rutschky bemerkt,. dass der Autor es offen lässt, ob es sich beim Mordversuch des Protagonisten am alten reichen Nebenbuhler um eine "lässliche Sünde" oder um ein wirkliches Verbrechen handelt. Rutschky, die dieses Geschehen mit dem Attentat an Sadat von 1981 in Beziehung setzt, liest daraus, dass Machfus nicht etwa Angst vor Zensur hat, sondern wirklich nicht weiß, "wohin die Reise der ägyptischen Gesellschaft geht".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.11.2001
Der Literaturnobelpreisträger Nagib Machfus, der im Dezember seinen 90. Geburtstag feiert, skizziert in seinem 1985 im Original erschienenen Buch das Leben der kleinen Leute in Ägypten, schreibt Alexandra Kedves. Und zwar das Ägypten Sadats, der in jenem Jahr durch ein Attentat sein Leben lassen musste. Der Autor erteilt in "moralisierendem Ton" jeglicher Gewalt eine Absage, was nicht erstaunt, wurde er doch selbst 1994 bei einem Attentat schwer verletzt, informiert die Rezensentin. Doch sein Anliegen, ein Porträt der mittelständischen ägyptischen Gesellschaft zu zeichnen, hält Kedves für gescheitert. Der "Balzac Ägyptens" lässt in diesem Roman seiner epischen Begabung keinen freien Lauf, seine Figuren sind "dumpf, dröge, eindimensional", zeigt sich die Rezensentin enttäuscht. Mag er sämtliche Grautöne des gesellschaftlichen Klimas auch gut getroffen haben, große Literatur kann in dieser Atmosphäre nicht gedeihen, mutmaßt die Rezensentin.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








