Zbigniew Herbert (1924 -1998) unternahm seine erste Griechenlandreise 1964. Er bewanderte Attika, den Peloponnes und zahlreiche Inseln, vor allem Delos und Kreta. Den stärksten Eindruck empfing er von Delphi; die größte Enttäuschung waren für ihn die Fresken des Knossos. Sein "Griechisches Tagebuch" ist eine Sammlung seiner schönsten Gedichte, Prosatexte, Dialoge und essayistischen Aufzeichnungen über griechische Kunst, Geschichte und Landschaft. Herberts Griechenland ist keine antiquierte Antike. Er reiste, um eine Einsicht in die Gegenwart und Zukunft zu gewinnen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.10.2001
Lothar Müller ist ziemlich beeindruckt davon, wie wenig veraltet die Texte des polnischen Schriftsteller Zbigniew Herbert über seine erste Griechenland Reise im Jahre 1964 wirken. 1970 war die Aufsatzsammlung erstmals erscheinen, jetzt kommt eine Taschenbuchausgabe heraus: die Texte haben "von ihrer respektlosen Neugier und ihrem essayistischen Glanz nichts verloren". Der Autor reiste damals nach Griechenland, um sich nach Spuren der Antike zu suchen. Was der Rezensent an den Texten des Autor und der geistigen Offenheit gegenüber seinen Entdeckungen besonders schätzt: Herbert hat "die Fähigkeit, sich enttäuschen zu lassen". Besonders beeindruckt ist Müller von Herberts biografischer Skizze eines früheren Griechenlandentdeckers, Sir Arthur Evans, mit dem er sich kritisch, aber "ohne Häme auseinandersetzt".
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