Geschichten, Reportagen und Porträts. Ein Autor durchläuft die Gegenwart: Er begibt sich auf aberwitzige Zukunftskonferenzen, wird von einer E-Mail-Flottille überfallen und zu Sex mit Schafen gezwungen; feierlich verbrennt er die Dessous von Maria Callas, beobachtet Menschen beim Fischeklonen, sitzt im Planungsstab der Expo und singt dort mit Karel Gott das Lied der Biene Maja.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001
Moritz Rinkes Schreibkunst erschien Rezensent Christopher Schmidt einstmals vielversprechend. Man attestierte Rinke, berichtet Schmidt, eine doppelte Begabung: zum Feuilletonisten und zum Dramatiker. Von Rinkes Sammelband mit Glossen, Reportagen und Geschichten ist der Rezensent nun schwer enttäuscht. Der Autor, inzwischen Kolumnist beim Berliner "Tagesspiegel", sei vor allem auf eins aus: mit der Zeit zu gehen. Und so hat Schmidt die Texte gelesen und sich an Erich Kästners "Fabian" auf neudeutsch erinnert gefühlt, nur dass Rinke mit Kästner nicht mithalten könne. Im Fazit zitiert der Rezensent den Autor - kommerzieller Zynismus ist in den meisten Fällen nur modisch und ohne Kern - und fragt, warum Rinke nicht gemerkt hat, dass das für die Beschreibung seiner Texte recht treffend ist.
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