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Klappentext
An einem Augusttag des Jahres 1963 nahm das Leben von Katharine Graham eine unerwartete Wendung: Ihr Mann Phil, 48 Jahre alt und manisch-depressiv, erschoß sich auf dem Landsitz der Familie. Katharine, die Tochter des reichen jüdischen Finanziers Eugene Meyer, hatte Phil 1940 geheiratet, vier Kinder mit ihm bekommen und die Rolle der Ehefrau und Mutter ausgefüllt. Mit dem Freitod ihres Mannes wurde Katharine unvermutet die Verlegerin der Washington Post zu sein.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.04.2000
Sieglinde Geisel macht keinen Hehl daraus, dass die Biographie von Katharine Graham, der berühmten Verlegerin der "Washington Post" zwar interessant, aber viel zu lang geraten ist. Auf 200 der 700 Seiten passt das, was "man wirklich wissen möchte". Katharine Graham, Tochter von Eugene Meyer, der die "Washington Post" 1933 ersteigerte, übernahm die Zeitung nach dem Selbstmord ihres Mannes in den 60er Jahren. Der Abdruck der Pentagon-Papiere und der Watergate-Skandal machten ihre Zeitung berühmt. Ihre Courage und Nervenstärke gegenüber der Nixon-Regierung sei bewundernswert gewesen, meint Geisel, dennoch vermisst sie einige selbstkritische Reflektionen über Grahams ansonsten ungetrübtes Verhältnis zur Macht, zu Politikern wie Reagan, Kissinger oder Johnson. Der Pulitzerpreis, den Graham für ihre Erinnerungen erhielt, muß wohl eher der Person als dem Buch gegolten haben, schließt die Rezensentin.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.1999
Katharine Graham wäre enttäuscht: Die Autobiografie eines Politikers hätte Rezensent Dietrich Schwarzkopf vielleicht nicht so ehrfurchtsvoll besprochen. Doch die Geschichte der Chefin der "Washington Post" erzählt er nach wie ein Volontär, der von seiner ersten Pressekonferenz kommt: Eins zu eins. Ohne selbst zu gewichten, zu interpretieren, ohne nachzufragen. Als hätte Katherine Graham einen Lebenslauf vorgelegt. Vielleicht hat sie ja tatsächlich ihr Leben so unspannend geschildert, das würde man dann aber gerne gesagt bekommen. Die einzige Wertung, die sich Schwarzkopf in seiner Besprechung traut, ist das Wort der "subjektiven Ehrlichkeit". Subjektivität ist aber bei einer Autobiografie nicht sonderlich überraschend. Wenn objektiv etwas daran nicht stimmt, hätte er dem nachgehen sollen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Verena Lueken bewundert an diesem Buch die Offenheit, in der die Verlegerin über "ihre persönlichen Schwächen und Selbstzweifel" spricht. Ohne Eitelkeit und Prätention erzähle Graham ihren Weg von der Gattin aus bester Gesellschaft, die sich kaum traut, den Mund aufzumachen, zur Verlegerin, die nach dem Tod ihres Mannes die Washington Post (unter anderem mit der Enthüllung der Watergate-Affäre) auf das Niveau der New York Times brachte.
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