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Klappentext
Feridun Zaimoglu, Kanak und Weltbürger, erobert literarisches Neuland: mit Reportagen, Erzählungen, witzigen Kanakiaden und frei erfundenen Interviews, in denen sich berühmte und kuriose Leute um Kopf und Kragen reden.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2002
Rezensent Andreas Rosenfelder freut sich, dass der Autor und Wortführer der "Kanak Sprak" Feridun Zaimoglu zwar den "echten Sound" auf der Straße und im Slang sucht, doch diesen "poetisch verdichtet" und in seiner "Bilderflut" Sprachkunst von höchster Qualität zeigt. Rosenfelder erkennt in der Ansammlung von fingierten Interviews mit Journalisten wie Benjamin von Stuckrath-Barre (der im Buch als Tassilo von Talkau-Marl auftritt) und in den kurzen Erzählungen den Erfindungsreichtum des Kieler Autors. Man kann Zaimoglus Fertigkeiten auch mit den alten Kunststücken der Rhetorik beschreiben, meint er: Sprechen durch die Maske, ausgiebiger Gebrauch von Beiwörtern, Benennen mittels Eigenschaften und Umschreiben. Zaimoglu benutze die Umschreibung, seine "Königsdisziplin", um "unangenehme Berührungen mit dem Bekannten herbeizuführen". Kein Zweifel, er beherrscht diese Kunst, die Lektüre ist ein "Gewinn", lobt Rosenfelder. Nur etwas weniger "schmückende Beiwörter" dürfen es für den Rezensenten beim nächsten Mal sein.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.01.2002
Cristina Nord widmet dem Büchlein eine nicht eben freundliche Kurzkritik. Zaimoglus "Kanak-Sprak" findet sie zwar nicht ohne Charme, aber die hier versammelten Zeitungsartikel und fiktiven Interviews scheinen ihr doch allzu oberflächlich. Ihr gefällt nicht, wie Zaimoglu in seinen Schein-Interviews seine persönlichen Feindfiguren wie Wiglaf Droste oder Benjamin von Stuckrad-Barre hinter falschen Namen versteckt, um sie dann allzu flachen Unsinn reden zu lassen. Auch Zaimoglus Abrechnung mit der Popliteratur scheint ihr nicht treffend genug. Am Ende gibt Nord dem Autor den Rat, seine Sprache zu pflegen und bessere Plots für seine künftigen Romane zu entwickeln.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.10.2001
Für eine Art Ausverkauf hält Daniel Bax dieses Buch, das sich Kompendium nennt, aber nach Ansicht des Rezensenten nicht das leistet, was man von einem Kompendium erwarten kann, nämlich "ein aufs Wesentliche beschränkte Lehrbuch zu sein". Statt dessen präsentiert sich ihm das Buch als "eine lose Zusammenstellung von Kurzgeschichten", und die haben nicht mal Neuheitswert, sondern sind schon an anderer Stelle publiziert worden. So erscheint es dem Rezensenten, als würden hier "Restposten verramscht...: Alles muss raus, bevor die Saison vorbei ist". Zudem hat Bax ein Problem mit dem "Stellvertreteranspruch", den der Autor Feridun Zaimoglu auf die deutschtürkische Literatenszene erhebt. De facto ist seiner Meinung nach die "Kanak-Literatur bis heute weitgehend ein One-Man-Show geblieben" und Zaimoglu muss sich nun entscheiden, ob er das Ghetto repräsentieren will oder ein autonomer Schriftsteller sein will. Die zweite Variante hat er nach Bax Meinung bereits mit seinem Roman "Liebesmale, scharlachrot" beschritten, und so wirkt dieses Buch auf Bax jetzt wie ein Versuch, noch einmal aus Vergehendem zu schöpfen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.10.2001
Sehr differenziert setzt sich Andrea Gerk mit dem neuesten Werk Feridun Zaimoglus auseinander. Bei gleichzeitigem Bedauern darüber, dass die Literatur dieses Autors aufgrund seines Migrantenstatus häufig gar nicht mehr als solche wahrgenommen werde, lobt sie den "Sinn für den ganz normalen Wahnsinn und all die skurrilen Auswüchse deutscher Befindlichkeit" die sich (auch sprachlich sehr gewaltig) darin finden lassen. Was sie allerdings an diesem "Kompendium" bemängelt, in dem Erzählungen, fiktive Interviews und Reportagen zusammengetragen sind, ist, dass Zaimoglu teilweise über das Ziel hinausschieße und sich die Satire so besonders in den Interviews "überhitze und selbst neutralisiere".
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