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Klappentext
Charles Williams schildert die entscheidenden Lebensstationen des Privatmanns und Politikers Konrad Adenauer: vom Kaiserreich Wilhelms II. über die Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reiches bis in die Tage der Bundesrepublik Deutschland. Eingehend beschreibt der Autor das Milieu, dem Konrad Adenauer entstammte, die politische Karriere in seiner Heimatstadt Köln, die ihn in das Amt des Oberbürgermeisters führte, den tiefen Fall nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Doch die unbestreitbar größten politischen Erfolge erzielte Konrad Adenauer in den Jahren nach 1945... Der besondere Reiz dieser Adenauer-Biografie liegt darin, dass Charles Williams als Erster bislang verschlossene Quellen aus dem ehemaligen Ostblock auswerten konnte - und dass er die bewegte Geschichte Nachkriegs-Deutschlands aus der Sicht des englischen Sozialdemokraten beschreibt.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.07.2002
Rezensent Claus Heinrich Meyer zeigt sich ratlos über die Adenauer-Biografie des britischen Lords Charles Williams of Elvel. Zwar nährt die Person des "spät berufenen Überraschungsautors" Williams zunächst Meyers Hoffnung auf eine überraschende Deutung des ersten (west)deutschen Nachkriegskanzlers. Doch bald ist unserem Rezensenten klar, dass der Lord lediglich beabsichtigt, die reichlich vorhandene Literatur zum Thema mit einer weiteren Biografie zu mehren. Wie Meyer ausführt, ist Williams Blick auf Adenauer eingefärbt von einem "britischen", "atlantischen" Vorbehalt. Williams pflege altes Misstrauen und bewege sich konsequent auf dem gut ausgebauten Terrain gegenseitiger Abneigung. Dass er dabei jede Menge Details erzählt, "die nicht stimmen, oder, schlimmer noch, 'ungefähr' erscheinen", untermauert Meyer eindrucksvoll mit einer ganzen Reihe von Beispielen, wobei er auch die Übersetzung für Fehler mitverantwortlich macht. Williams Auffassung, die Absichten der Sowjetunion seien völlig missverstanden worden und Adenauers Angst unbegründet gewesen, hält Meyer für den "Versuch einer pauschalen Umdeutung der bisherigen fundierten Lehre vom Macht- und Ideologie-Gleichgewicht zwischen beiden Welthälften in jenen Tagen". Nach Meyers Einschätzung setzt Williams mit seinem Buch im Großen fort, "was sich als Eindruck im Kleinen festigte": Er hat "geschludert".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2002
"Ganz in der Tradition der englischen Biografiekunst" hat der britische Ex-Manager Charles Williams ein einfühlsames Porträt Konrad Adenauers, für Christian Kind ohne Zweifel einer der "bedeutendsten Persönlichkeiten des zwanzigsten Jahrhunderts", entworfen. In seiner Biografie konzentriert sich der 1933 geborene "Nichthistoriker" Williams auf Adenauers politische und private Laufbahn vor seiner Zeit als Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, berichtet der Rezensent. Das Buch sei zwar für ein breites Publikum geschrieben, aber trotzdem seriös recherchiert. Der Lebensweg des Staatsmannes werde hier mit verständnisvoller Sympathie und ohne antideutsches Ressentiment offengelegt und zum Glück, ist Kind erleichtert, habe es sich Williams auch nicht zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Bundesrepublik unter Adenauer neu zu schreiben.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2002
Für Henning Köhler ist diese Biografie im Wesentlichen ein populistisches Werk. Dabei findet er es nicht besonders ärgerlich, dass Williams hier eine "docu-soap" für ein breites Publikum verfasst habe, die mehr über Adenauers Privatleben als über den Politiker Adenauer zu berichten wisse. Viel mehr stört den Rezensenten die vollmundige Verlagsankündigung von neuen Informationen aus der "früheren Sowjetunion", die sich seiner Ansicht nach als völlig nebensächliche Belanglosigkeiten erweisen. Genüsslich führt Köhler außerdem einige Fehler sowohl des Autors als auch der Übersetzung oder Textredaktion vor. Enttäuschend ist für ihn, dass Williams auf das für ein britisches Publikum doch sicher besonders interessante angespannte Verhältnis von Adenauer zu den Briten nicht eingeht.. Köhler sieht aktuelle Forschung nicht berücksichtigt und hält Williams Argumentationen für teilweise widersprüchlich, seine Interpretationen für "wenig befriedigend". Er attestiert dem Autoren trotz seiner breiten Quellenbasis und Detailverliebtheit eine große Ahnungslosigkeit.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2001
Ganz erstaunt ist Daniel Koerfer darüber, dass sich der britische Historiker und Journalist Charles Williams drei Jahre lang die Mühe machte, das Leben und Wirken des Oberbürgermeisters von Köln und späteren CDU-Mannes und zweifachen Bundeskanzlers Konrad Adenauer genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein voluminöses Buch ist das Ergebnis, berichtet der Rezensent, erfreulicherweise eines ohne antideutsche Ressentiments. Aber eines mit Ressentiments gegen Adenauer, und die mag Koerfer so gar nicht stehen lassen. Besonders deplaziert findet der Rezensent Williams Spekulationen über eine homoerotische Studentenfreundschaft Adenauers. Richtig geärgert hat er sich über die Behauptungen des Autors, Adenauer habe den Kalten Krieg wesentlich mitgeschürt, Chancen für eine Wiedervereinigung in den 50er Jahren erfolgreich vereitelt und sämtliche Positionen im Staatsdienst mit ehemaligen NSDAP-Mitgliedern besetzen lassen. Koerfer hält die Figur Adenauer für wesentlich subtiler und mehrdimensionaler, als der Autor sie darstelle. Der Patriarch sei nicht allein hart, zäh, schlau und boshaft gewesen, behauptet der Rezensent, sondern auch mutig, klaren Blickes, altersweise und voller rheinischem Humor.
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