Aus dem Slowenischen übersetzt von Erwin Köstler. Ist es bloß Paranoia oder doch berechtigtes Misstrauen, wovon Rafael gequält wird? Sind Professor Mischnik und seine Jemima nun tatsächlich Weidengeister, wie es der Dorftratsch behauptet, oder lassen bloß Winterdepression und Alkoholismus seine Sinne schwinden?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.04.2016
Schaurig findet Sylvia Staude William Giraldis Roman. Erinnert sie an Cormac McCarthy und an "Fargo", nur ohne den Humor der Coen-Brüder. Der böse Traum, den der Autor entfaltet vor dem Hintergrund einer erkalteten Gesellschaft ohne Moral, in "spiegelblanken", kühlen Sätzen, scheint Staude wie ein absteigender Ast. Und unterwegs stapeln sich die Leichen. Wenn am Ende des schlanken Romans die Erkenntnis steht, dass der Mensch der blutrünstigere Wolf ist, wundert das Staude kaum.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2001
Slowenien: Hügel, Moore, Gehölz. Manchmal eine Krähe. Für Uwe Stolzmann ist das das "wirklich Aufregende" an diesem Buch. Selbst wenn er bereits auf Seite zwölf erkennt, welchen "Teufelstanz aus Aberglauben, Lebensgier und Todessehnsucht" ihm der Autor da auf durchaus "bedrückend schöne Weise" kredenzt: Dem von Kollegen aufgestellten Vergleich des Buches mit Werken des magischen Realismus findet er dennoch "weit hergeholt", das Vorhaben, den Gegensatz von Erd- und Himmelsmächten herauszuarbeiten, misslinge dem Autor. Zu allem Unglück ist auch die Übersetzung nicht so, wie sich Stolzmann das wünschen würde: Mit ihrem Hang zu besonderen Wendungen lege die Übertragung falsche Fährten, der Urtext verschwinde dahinter.
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