"Irrwege zum Leuchtturm ist Beweggrund und Orientierung zugleich, weckt Widerspruch und Spielfreude. Der Leuchtturm gibt Richtung, der Irrweg führt in die Irre. Welch fremdes Paar, das hier zusammenfindet ... Verschieden geformte Texte entstehen. Die einen erzählen eine Geschichte, die andern vermitteln Atmosphäre, wieder andere experimentieren. Selten nehmen sie bei der Hand und leiten, häufiger locken sie." (Aus dem von Vorwort von Irene Fleischmann.)
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.09.2001
Handelt es sich bei dem hier vorgestellten Buch um Kinderliteratur oder Zubettgeh-Geschichten für Erwachsene? Denn Schaukel- und Seepferde, geblümte Schlafanzüge und Nussschalen bilden das immer wiederkehrende Arsenal von Stirnimann/ Tschudis insgesamt 25 Kurzerzählungen, bei denen das Autorenpaar in den Augen von Gieri Cavelty eine Art "Archäologie der Geborgenheitssuche" betreibt. Cavelty findet, man habe nur oberflächlich gegraben, es fehle an inhaltlicher Substanz und formaler Stringenz. Mal nüchtern berichtend, mal atmosphärisch zuspitzend gäben sich die Autoren alle Mühe, ihre Wortwerkstatt als ein gemeinsames Produkt zu vermarkten. Cavelty bedauert, dass Stirnimann/ Tschudi nicht das Spiel der wechselnden Perspektiven beherrschen, sprich aus der doppelten Autorenschaft keinen Gewinn sondern ihrer Meinung nach nur "Binsenwahrheiten und Plattitüden" schlagen. Die Frage, ob sich diese nun an kleine oder große Kinder richten, ist hiernach wohl unerheblich geworden.
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