Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 09.02.2010, 16.23 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Stephen Fry

Der Sterne Tennisbälle

Roman

Cover: Der Sterne Tennisbälle

Aufbau Verlag, Berlin 2001
ISBN-10 3351029292
ISBN-13 9783351029296
Gebunden, 391 Seiten, 20,40 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrich Blumenbach. Ned Maddstone hat alles, wovon andere Jungs nur träumen. Das weckt Neid. Ein von Missgunst zusammengeschweißtes Trio beschließt, ihm einmal so richtig übel mitzuspielen. Man steckt ihm ein Tütchen Marihuana in seine Jackentasche und gibt der Polizei einen Tipp. Nun landet aber Ned Maddstone nicht etwa wie erwartet für eine Nacht im Knast, sondern für 18 Jahre in einem Irrenhaus. Dann gelingt ihm die Flucht, und nun nimmt er fürchterliche Rache...

Möchten Sie dieses Buch kommentieren?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.08.2002

Gut unterhalten fühlt sich die Rezensentin Susanne Balthasar auf jeden Fall von diesem wilden, vor Wirrnissen strotzenden und trotzdem stringenten Roman, auch wenn das Buch auf sie ein wenig seelenlos wirkt. Dieses Manko führt sie darauf zurück, dass Stephen Fry vor allem ein Konzept des Romans verfolgt und umsetzt, es dabei aber ein bisschen an Erzählfreude mangelt. Das äußert sich zum Beispiel darin ,dass er auf "Beschreibungen fast vollständig verzichtet" hat und dass die Charaktere, die lediglich die ihnen zugewiesene Aufgabe zu erfüllen haben, viel zu eindimensional bleiben: "Die gelungene konzeptionelle und akademische Akrobatik hat das Erzählen erdrückt." Trotzdem ist das Ergebnis spannend, die Konstruktion der Handlung "kristallklar" und komplex. Gerade in Zeiten, in denen "der Abenteuerroman aus der Mode gekommen ist", macht dieser Roman Freude, so das Fazit der Rezensentin.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.03.2002

Ein Kolportageroman, den Stephen Fry hier vorgelegt hat, mit allem was dazu gehört, meint Rezensent Frank Schäfer. Und so spannend vermittelt, "dass man nicht unbedingt merken muss", wie sich der Autor an einer modernen Neufassung des "Grafen von Monte Christo" übt, so der Rezensent. Frys amüsante Geschichte, die Schäfer in seiner Kritik nachzeichnet, ist gespickt mit "literarischen Detektivspielen" und lädt deswegen zum "intertextuellen Rätselraten", dem Querlesen im Werk von Alexandre Dumas ein. Doch gerade im Vergleich mit dem Original, das sich durch "romantische Überhöhungen" auszeichnet, zieht Fry den Stoff ins "schrecklich Profane", gibt Schäfer zu bedenken. Eine "furios erzählte, intelligente und bildungstrunkene Scharteke", so sein abschließendes Statement, mit einem "abgekupferten Plot" eben.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.01.2002

Über das Multitalent Fry ("ein Theaterstück-Massen-Verfasser") spricht Eva-Elisabeth Fischer mit reichlich spitzer Zunge. So bemerkt sie etwa, dass der Autor in seinem vierten Roman "alle denkbaren Assoziationen des Lesers mit Lust vorweg nimmt" und "humormäßig etwas hartleibige Menschen" (zu denen sich die Rezensentin fairerweise selber rechnet) in diesem 391 Seiten starken Buch "erstmals auf Seite 276 laut auflachen". Nicht eben verkaufsfördernd dürfte auch Fischers Aufzählung dessen wirken, was der Roman ihrer Meinung nach sein will ("Gesellschafts- und Polit-Satire sowie persönliches Rache-Drama"), nicht, wenn sie hinterherschickt, ihr käme das alles "spätestens im letzten Drittel" (da also, wo sie gelacht hat) vor wie "Trivial Pursuit". "Vorzüglich" findet Fischer an diesem Buch eigentlich nur eines: Ulrich Blumenbachs Übersetzung.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2001

Dieser Roman sei die "überfällige Antwort" für alle, die an der Gegenwartsliteratur "das Fehlen packender Handlungen" beklagten, meint Rezensentin Ingeborg Harms. Frys Roman beschreibt sie als Aktualisierung von Alexandre Dumas' Roman "Der Graf von Monte Christo". Und Rezensentin Harms dechiffriert ausgesprochen begeistert viele mehr oder weniger verdeckte Bezüge zum Roman. Fry habe freilich Nebenhandlungen abgekürzt und auf Sentimentalitäten verzichtet, lesen wir. Sein Buch sei "lakonischer, realistischer und vor allem auch brutaler". Das Böse habe seinen Schmelz verloren, und auch die Laster seien moderner geworden. Fry verlege den Roman in ein anderes Land und ein anderes Jahrhundert. Den "bonapartistischen Untergrund zur Zeit Ludwig XVIII." habe er durch die IRA-Sympathisanten der Jetztzeit ausgetauscht. Wer sich nach Herzklopfen sehne, konstatiert die Rezensentin, der komme hier "voll auf seine Kosten".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Havanna im SpiegelAlma Guillermoprieto: Havanna im Spiegel
Aus dem Spanischen und Englischen von Matthias Wolf. 1970 verließ die junge Mexikanerin Alma Guillermoprieto ...

Buch: Klar bin ich eine Ost-Frau!Martina Rellin: Klar bin ich eine Ost-Frau!
Martina Rellin hat sich mit Frauen aus dem Osten darüber unterhalten, was sie wirklich bewegt, wie sie ihr ...

Archiv: Bücherschauen

Das Gegenglück, der Geist

09.02.2010: Großer Bahnhof für J.M. Coetzee: Zu seinem Siebzigsten preisen FAZ, FR, NZZ und SZ den neuen autobiografischen Roman "Sommer des Lebens" als "grandios", "raffiniert" und "wahrste, kühnste und unterhaltsamste Literatur". Sehr lieb ist der NZZ die Anti-Hysterie von Arno Geigers Eheroman "Alles über Sally". Die taz feiert Amir Hassan Cheheltans großartigen Roman "Teheran Revolutionsstraße". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Christopher Isherwood: Löwen und Schatten

08.02.2010: Großartig erzählt Christopher Isherwood in "Löwen und Schatten" von seiner Schul- und Studienzeit in London und Cambridge in den zwanziger Jahren, von seinen ersten Schreibversuchen und seinen ersten Freunden und Liebhabern. Hier eine Leseprobe. Mehr lesen

Miljenko Jergovic: Freelander

01.02.2010: Karlo Adum heißt der Held in Miljenko Jergovics neuem Roman "Freelander". Er ist ein pensionierter Lehrer und begibt sich eher widerwillig auf eine Irrfahrt durch Kroatien nach Bosnien und Herzegowina. Zu einer Testamentseröffnung. Lesen Sie hier einen Auszug.
Mehr lesen

Alain Mabanckou: Black Bazar

25.01.2010: Alain Mabanckou erzählt in seinem Roman "Black Bazar" sehr selbstironisch von den Träumen afrikanischer Männer, die in Paris ihr Glück suchen. Und hin und wieder auch einen Rückschlag verschmerzen müssen. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Archiv: Buchautoren