Thomas Kistner, Ludger Schulze

Die Spielmacher

Strippenzieher und Profiteure im deutschen Fußball
Cover: Die Spielmacher
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart 2001
ISBN 9783421055132
Gebunden, 280 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Unter Mitarbeit von Martin Hägele. Der Aufstieg des deutschen Fußballs begann 1954. Mehr als nur einen sportlichen Triumph markiert dieses Datum die kollektive Entnazifizierung Deutschlands auf internationalem Rasen. Was einmal als Sport begonnen hatte, mutierte mit den Erfolgen zu einer Weltanschauung, einem Kernpunkt nationaler Identität. Am Werdegang Franz Beckenbauers - vom Kaiser in kurzen Hosen zur Lichtgestalt auf Chefetagen von Großindustrie und Politik - zeichnen die Autoren ein diskretes Netz der Macht nach, das den Fußball regiert, sich aber der öffentlichen Kontrolle entzieht. Kalte Karrieristen wie Gerhard Mayer-Vorfelder und der Medientycoon Leo Kirch beherrschen das System des stillen Gebens und Nehmens, Blender wie Christoph Daum fügen sich in ihr Spiel. Und Fernsehen und Boulevardblätter liefern den berauschenden Stoff, von dem sich die Träume der Nation nähren.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.09.2001

Leicht polemisch und stets flüssig geschrieben, das liest man gerne, so auch Eric Eggers, der das Buch über die Machenschaften des deutschen Fußballs mit Interesse, Spannung und viel Zustimmung zur Kenntnis genommen hat. Die Autoren, so erfährt man von Eggers, gehören der "Süddeutschen Zeitung" an, und das einzige, was den Rezensenten an diesem Buch stört, ist, dass einer der Mitautoren bereits ein ähnliches Buch geschrieben hat, so dass bestimmte Sachverhalte als bereits bekannt vorausgesetzt werden könnten. Andererseits, das gibt Eggers zu, gebe es genügend neuen Stoff für Verschwörungstheorien und Hintergrundsberichte, so etwa das Kapitel über die Vergabe der WM 2006 an Deutschland, die wohl kaum mit rechen Dingen zugegangen ist. Auch die historischen Abschnitte, die den unlösbaren Konflikt zwischen Profis und Amateuren zum Thema haben, finden lobende Erwähnung. Das waren noch Zeiten, als wirklich noch der Ball und nicht das Geld den Fußball regierten, seufzt der Rezensent.
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