In diesem Buch setzt sich Micha Brumlik mit dem zentralen Thema neuzeitlichen jüdischen Philosophierens sowie der Weise auseinander, mit der sich nichtjüdische Philosophen auf das Judentum bezogen haben.
Für Martin Jander ist das Buch eine Art Nummernrevue, in der der Autor nacheinander die Antworten unterschiedlicher Philosophen und Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts (von Hermann Cohen bis Carl Schmitt) auf "die Menschheitsfrage nach dem Verhältnis von Vernunft, Offenbarung und Emanzipation" behandelt. Brumlik gehe es dabei um den Nachweis eines rationalen Kerns innerhalb "spezifisch jüdischer Motive", der auch jenseits konventionell gebundenen Glaubens seine Relevanz habe, um das Aufzeigen von "Traditionen und Blockaden einer universellen Moral." Ob der Autor den Juristen Carl Schmitt als "politischen Christologen" entlarvt oder Hannah Arendt als "nationalstaatskritische Universalistin" - der Rezensent sieht in den vorgenommenen "Tiefenbohrungen nach jüdisch-christlichen Quellen philosophischen und politischen Denkens" das aktuelle Vorhaben eines Aufrufs zum Nachdenken in Zeiten grassierender Moralvergessenheit, eines Appells nicht nur an "eine orientierungslos gewordene Linke".
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