Herausgegeben von Bernd Ulrich, Jakob Vogel und Benjamin Ziemann. Mit Fotos und Faksimiles auf Tafeln. In dieser Publikation wird die Legende vom militaristischen Untertanengeist, der die deutsche Kaiserzeit maßgeblich geprägt habe, in Frage gestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.02.2002
Diese Quellen- und Dokumentensammlung zur Verbindung von Militarismus und Alltag im Kaiserreich macht für Rezensent Norbert Seitz "eindrucksvoll deutlich, wie sich ein deutsches Land nach dem anderen in eine 'ungeheure Kaserne' verwandelte". Die Herausgeber zeigen seiner Meinung nach, dass die gängigen Vorstellungen - "Pickelhaube, Monokel, schnarrender Befehlston" - die sich mit dieser Zeit verbinden, nur Klischeevorstellungen sind, die die Militarisierung der Gesellschaft "verniedlichen". Wie durch die Quellenauswahl die Rolle der Kriegervereine klar wird und auch an Gegner des Militarismus erinnert wird, das schätzt Seitz sehr, aber er fürchtet, dass in den aktuellen "restaurativen Zeiten", in denen "die Wiederentdeckung des positiven Preußentums" gefeiert wird, dieses Buch als "lästige Aufklärung" unwillkommen ist.
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