Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Norwegischen von Alke Bruns. Maren Gripe ist schön, eine Frau, die die Männer gerne und lange ansehen. Sie ist mit Jacob verheiratet und hat noch nie in ihrem Leben Alkohol getrunken. Rituale bestimmen ihr Leben auf der kleinen norwegischen Insel, ihren täglichen Gang vom Haus zu den Salzschuppen unten am Hafen, wo die Schiffe löschen und laden, wo die Reepschläger neue Trossen drehen und alte reparieren. Alles ist erfüllt von den Gerüchen von Hanf, Teer, Sonne, Salz, Meer und Fisch. Eines Tages geschehen beunruhigende Dinge. Zuerst wird Maren Gripe verrückt. Glaubt man. Sie betrinkt sich im Wirtshaus, sitzt dort mit geöffneter Bluse und ist nicht mehr sie selbst ...
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2002
Literatur aus Norwegen ist wohl nur wenigen deutschen Lesern bekannt, das dürfte auch für Oystein Lonn, immerhin 1996 Preisträger der wichtigsten literarischen Auszeichnung Skandinaviens, gelten. Der Autor ist kein Vielschreiber, weiß Rezensent Aldo Keel, was Lonn veröffentliche, sei jedoch immer von Bedeutung. Dies gilt seiner Meinung nach auch für diesen Roman. Die Geschichte um Maren Gripe, die durch die Ankunft eines fremdländischen Seemanns auf ihrer Heimatinsel "wie vom Blitz getroffen wird", lasse "Elementares und Irrationales" aufbrechen. Das Chaos, das im Menschen tobt und die Versuche, es in den Griff zu bekommen, ist, wie Keel aus einem Interview mit dem Autor weiß, eines seiner zentralen Themen, das auch in diesem Buch eindrucksvoll gestaltet werde. Der Rezensent sieht die Stärken des Romans in der Offenheit und Widersprüchlichkeit der Geschichte, in seiner stilistischen Hintergründigkeit, aber auch in den verschiedenen möglichen Lesarten des Textes. Er ist froh, dass sich mit Alken Bruns ein "vorzüglicher Übersetzer" gefunden hat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.08.2001
Was Tomas Fitzel über dieses Buch schreibt, hört sich etwas ambivalent an. Einerseits scheint es ihm durchaus zu gefallen, wie der Autor eine verschlafene norwegische Fischerinsel beschreibt, auf der es zu einem "apokalyptischen Einbruch" kommt, alle bisherigen Selbstverständlichkeiten in Frage gestellt werden und es plötzlich für einen Zeitraum von wenigen Tagen zu einem "Ausbruch von Unvernunft, Gewalt und Lust" kommt. Doch alles scheint nach Fitzel etwas nebulös zu sein: Die Handlung müsse sich der Leser" nach und nach zusammensetzen", es gebe viele Andeutungen und weiche Konturen, was allerdings auch die Absicht des Autors sei. Dafür spielen nach Ansicht des Rezensenten jedoch Geräusche und Gerüche, also das Atmosphärische eine umso bedeutendere Rolle. Dass die Figuren jedoch unscharf bleiben, findet Fitzel bedauerlich, denn dadurch "entsteht auch kein wirkliches Interesse für sie".
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26.01.2012: Peter Nadas erzählt die Geschichte der Budapester Familie Demen und ihrer Freunde, deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und deutschen Vergangenheit verknüpft sind. Meilensteine in diesem gewaltigen Epos sind die ungarische Revolution 1956, der ungarische Nationalfeiertag am 15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der ungarischen Juden 1944/45 sowie die dreißiger Jahre in Berlin. Lesen Sie hier einen Auszug aus Nadas' Roman "Parallelgeschichten". Mehr lesen







