Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 09.02.2012, 20.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Peter Stamm

Blitzeis

Erzählungen

Cover: Blitzeis

Arche Verlag, Hamburg 1999
ISBN-10 3716022608
ISBN-13 9783716022603
                         , 139 Seiten, 16,36 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Ein Pub in New York. Ein Eisweiher in Thurgau. Eine Klinik in Deutschland. Hitze, Regen und Blitzeis. Geheimnisse und Geständnisse.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.08.2001

In seiner Besprechung porträtiert Ulrich Greiner den Autor Peter Stamm, der nach Ansicht des Rezensenten über die Fähigkeit verfügt, den Leser sehr stark gefangen zu nehmen, obwohl sich in seinen Büchern, so Greiner, "die Dramen der Leidenschaft so geräuschlos ereignen, als läge überall dichter Schnee". Greiner fragt sich nun, worauf diese Suggestion beruht und ob sie von Dauer ist.
1.) Peter Stamm: "Ungefähre Landschaft"
Dieses Buch findet der Rezensent "ganz gut", auch wenn der 1998 erschienene Roman "Agnes" "bedeutend besser" sei. Greiner sucht einen Vergleich aus der Welt der Musik und meint, dass "Ungefähre Landschaften" vor allem Leser ansprechen wird, die sich für die Minimal Musik von Jan Gabarek begeistern können. Das Wichtigste an diesem Roman scheint für den Rezensenten zu sein, dass Stamm die "äußeren Kräfte" darstellt, die das Leben der Protagonistin bestimmen. Gleichzeitig habe Stamm dies mit "heller und leichter Prosa" beschrieben, so dass man als Leser "gerne und wehmütig zuhört", zumal einem so manches vertraut erscheint. Weniger gut scheint der Rezensent zu finden, dass Stamm "allzu sehr auf die Überzeugungskraft einer Archaik (setzt), die von sich aus noch wenig beweist", etwa die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau, "ein Zimmer in Manhattan", verschneite Landschaft etc. Das ist für Greiners Geschmack zwar sehr schön, aber auch sentimental.
2.) Ders.: "Blitzeis"
Wie so oft bei Peter Stamm geht es auch hier, so Greiner, um die Liebe - doch nicht unbedingt eine primäre sexuelle Art von Liebe. Eher gehe es um Sehnsüchte, und wenn die Protagonisten die begehrten Frauen bekommen, "so wissen sie nicht mit ihrem Glück umzugehen". Man liebt nach Greiners Diagnose aneinander vorbei und geht wie auseinander. Beeindruckt zeigt sich der Rezensent von Stamms Fähigkeit, die Geschehnisse in seinen Geschichten äußerst kurz und knapp und dennoch eindrucksvoll darzustellen. Es sind seiner Ansicht nach eher Bruchstücke, aus denen die Geschichten bestehen, "aus der Sicht des jeweiligen Subjekts (erzählt), das kaum begreift, was ihm widerfährt, das weniger handelt als erleidet". Ein zweiter wichtiger Aspekt ist für Greiner, dass sich der Erzähler nicht als wissend präsentiert und nicht psychologisiert und deutet, sondern "scheinbar weniger weiß als seine Personen."

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.11.1999

Eigentlich gefällt Thomas Kraft dieser Band. In allen neun Erzählungen nähere sich der Autor dem Mysterium der Erotik zwischen Frau und Mann an. Die Frau, "das unbekannte Wesen", erscheine nicht einfach als Männerprojektion, sondern habe ein eigenes, von den Erzählungen unkalkulierbares Leben: "Die Erzähler machen dabei selten eine gute Figur, sie wollen mit den Frauen ins Bett oder nicht, darüber hinaus zeigen sie wenig Phantasie, Charme oder Antriebslust." Stamm erzähle mit Nonchalance, aber manchmal mit allzu wenig Courage, findet der Rezensent. Die meisten Erzähungen werde man wohl nicht lange in Erinnerung behalten. Kraft sieht aber zwei Ausnahmen: die Erzählung "Jedermannsrecht", die Kraft für die Genauigkeit lobt, mit der Stamm anlässlich eines Urlaubs in Schweden die Unerfüllbarkeit der gegenseitigen Ansprüche in Beziehungen auslotet. Und die Titelerzählung "Blitzeis" um die unheilbar an Tuberkulose erkrankte Larissa.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Dressierte Geschichten über dressierte Gefühle

09.02.2012: Großes Ereignis: Peter Nadas' Jahrhundertroman "Parallelgeschichten" liegt vor und beendet damit das Sandkastenspiel der bürgerlichen Literatur. Die Zeit ist überwältigt. Auch Christian Krachts Roman "Imperium" über den Begründer eines Kokusnussreichs kommt bei ihr sehr gut an. Die FAZ liest Hanna Kralls Erinnerungen "Rosa Straußenfedern". Die NZZ lernt in Bernd Stieglers "Belichtete Augen" alles über die Wunder der Optografie. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren