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Aus dem Archiv
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Klappentext
Ein Pub in New York. Ein Eisweiher in Thurgau. Eine Klinik in Deutschland. Hitze, Regen und Blitzeis. Geheimnisse und Geständnisse.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.08.2001
In seiner Besprechung porträtiert Ulrich Greiner den Autor Peter Stamm, der nach Ansicht des Rezensenten über die Fähigkeit verfügt, den Leser sehr stark gefangen zu nehmen, obwohl sich in seinen Büchern, so Greiner, "die Dramen der Leidenschaft so geräuschlos ereignen, als läge überall dichter Schnee". Greiner fragt sich nun, worauf diese Suggestion beruht und ob sie von Dauer ist.
1.) Peter Stamm: "Ungefähre Landschaft"
Dieses Buch findet der Rezensent "ganz gut", auch wenn der 1998 erschienene Roman "Agnes" "bedeutend besser" sei. Greiner sucht einen Vergleich aus der Welt der Musik und meint, dass "Ungefähre Landschaften" vor allem Leser ansprechen wird, die sich für die Minimal Musik von Jan Gabarek begeistern können. Das Wichtigste an diesem Roman scheint für den Rezensenten zu sein, dass Stamm die "äußeren Kräfte" darstellt, die das Leben der Protagonistin bestimmen. Gleichzeitig habe Stamm dies mit "heller und leichter Prosa" beschrieben, so dass man als Leser "gerne und wehmütig zuhört", zumal einem so manches vertraut erscheint. Weniger gut scheint der Rezensent zu finden, dass Stamm "allzu sehr auf die Überzeugungskraft einer Archaik (setzt), die von sich aus noch wenig beweist", etwa die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau, "ein Zimmer in Manhattan", verschneite Landschaft etc. Das ist für Greiners Geschmack zwar sehr schön, aber auch sentimental.
2.) Ders.: "Blitzeis"
Wie so oft bei Peter Stamm geht es auch hier, so Greiner, um die Liebe - doch nicht unbedingt eine primäre sexuelle Art von Liebe. Eher gehe es um Sehnsüchte, und wenn die Protagonisten die begehrten Frauen bekommen, "so wissen sie nicht mit ihrem Glück umzugehen". Man liebt nach Greiners Diagnose aneinander vorbei und geht wie auseinander. Beeindruckt zeigt sich der Rezensent von Stamms Fähigkeit, die Geschehnisse in seinen Geschichten äußerst kurz und knapp und dennoch eindrucksvoll darzustellen. Es sind seiner Ansicht nach eher Bruchstücke, aus denen die Geschichten bestehen, "aus der Sicht des jeweiligen Subjekts (erzählt), das kaum begreift, was ihm widerfährt, das weniger handelt als erleidet". Ein zweiter wichtiger Aspekt ist für Greiner, dass sich der Erzähler nicht als wissend präsentiert und nicht psychologisiert und deutet, sondern "scheinbar weniger weiß als seine Personen."
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.11.1999
Eigentlich gefällt Thomas Kraft dieser Band. In allen neun Erzählungen nähere sich der Autor dem Mysterium der Erotik zwischen Frau und Mann an. Die Frau, "das unbekannte Wesen", erscheine nicht einfach als Männerprojektion, sondern habe ein eigenes, von den Erzählungen unkalkulierbares Leben: "Die Erzähler machen dabei selten eine gute Figur, sie wollen mit den Frauen ins Bett oder nicht, darüber hinaus zeigen sie wenig Phantasie, Charme oder Antriebslust." Stamm erzähle mit Nonchalance, aber manchmal mit allzu wenig Courage, findet der Rezensent. Die meisten Erzähungen werde man wohl nicht lange in Erinnerung behalten. Kraft sieht aber zwei Ausnahmen: die Erzählung "Jedermannsrecht", die Kraft für die Genauigkeit lobt, mit der Stamm anlässlich eines Urlaubs in Schweden die Unerfüllbarkeit der gegenseitigen Ansprüche in Beziehungen auslotet. Und die Titelerzählung "Blitzeis" um die unheilbar an Tuberkulose erkrankte Larissa.
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