Aus dem Nachlass herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Anton Rauscher. 1937 erschien die Enzyklika "Mit brennender Sorge" gegen den Nationalsozialismus. Hat die katholische Kirche dennoch versagt? Warum hat sie Rassismus und Judenverfolgung nicht öffentlich verurteilt? Warum ist die Enzyklika gegen Nationalismus und Rassismus, die Pius XI. 1938 in Auftrag gab, nicht mehr erschienen, auch nicht unter Pius XII.? Erstmals wird der Entwurf dieser Enzyklika veröffentlicht. Er wurde von Gundlach in Abstimmung mit zwei anderen Jesuiten 1938 in Paris verfasst. Neben Rerum novarum (1891) und Quadragesimo anno (1931) hätte es die dritte Sozialenzyklika ("Societatis Unio") werden sollen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.08.2001
Victor Conzemius berichtet über ein Buch zu dem Fall des Jesuiten G. Gundlach, der während der 30-er Jahre wesentlich an einer nie veröffentlichten Enzyklika Pius XI. gegen Rassismus und Antisemitismus mitgearbeitet hat. Zum ersten Mal liegt der vollständige Originaltext des Entwurfs Gundlachs vor und ist mit früheren Publikationen vergleichbar. Der Herausgeber Anton Rauscher könne in seinem Kommentar nachweisen, dass die Beurteilung des Antisemitismus in seiner staatlich verordneten Form durch Grundlach viel schärfer und kohärenter ausgefallen sei als bislang bekannt. Mitgegeben sind dem Band Briefe des Jesuiten an seinen amerikanischen Kollegen La Farge, ein autobiografischer Text und Radiovorträge, die seine Distanz zum "Dritten Reich" belegten.
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