Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Warum verbringt man sein Leben mit den falschen Männern, während der richtige schon lange auf einen wartet? Was, wenn sich nach dem Tod der Mutter herausstellt, daß man sie eigentlich gar nicht kannte?
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.08.2002
Ulrich Sonnenschein ist von Elke Heidenreichs Erzählungen hin und weg. Denn die Autorin verstehe es vorzüglich Klischees aufzugreifen, um den Leser dann hinter die "spröde Fassade" blicken zu lassen, etwa in der Geschichte über einen Mutter-Tochter-Konflikt, berichtet der Rezensent. In den meisten Geschichten gehe es um Liebe und Idylle, doch sollte man beiden nicht zu sehr über den Weg trauen, geschweige denn Vorstellungen von Dauer und Beständigkeit. "Ganz unangestrengt" führe Heidenreich dem Leser diese Erkenntnisse vor Augen. "Schnörkellos" und "direkt" präsentiere die Autorin die Gruppe der Vierzig- bis Fünfzigjährigen, "ohne Anspruch auf... Verbindlichkeit", ohne gleich ein Generationenporträt erstellen zu wollen. Heidenreichs Geschichten seien vielmehr "feine, absichtslose, aber sensible Beobachtungen in den Kolonien der Liebe", in denen auch der Humor nicht zu kurz komme.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.11.2001
Walter van Rossum zeigt sich verzückt. Er findet in Elke Heidenreichs neuen Geschichten nichts, was zu kritisieren wäre. Sie erzähle klar und mit einer angenehmen Beiläufigkeit, sei weder zu ausführlich noch zu knapp und immer humorvoll. Heidenreich sei eine "wunderbare Erzählerin", und dem angemessen sei auch die schöne Buchgestaltung. Den Untertitel "Geschichten" hält der Rezensent für pure Tiefstapelei seitens der Autorin und kommt zu dem Schluss: "Diese Geschichten sind jedenfalls lebensgesättigt und doch keineswegs bloß von anekdotischem Belang."
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2001
Nur auf den ersten Blick, meint Manfred Papst, zeigen die neuen Erzählungen von Elke Heidenreich ähnliche Qualitäten wie die früheren aus dem Band "Kolonien der Liebe": einen soliden Aufbau und einen flapsigen, leicht ironischen Ton. Nur seien dieses Mal nicht nur die Protagonisten - Altachtundsechziger beim Bilanzieren ihrer Lebenssumme und in schwelgerischen Erinnerungen begriffen - älter geworden, auch ihre Sprache sei "in Konventionen und Worthülsen erstarrt". Mit abgegriffenen Klischees und Allerweltsmetaphern bemühe die Autorin sich um publikumswirksame Pointen. Dabei ist ihr, so vermutet der Rezensent, die erzählerische Geduld verloren gegangen. Die Sätze, die Heidenreich etwa zur Schilderung eines erotischen Erlebnisses zur Verfügung stünden, seien klapprig, papieren und entbehrten jeder Sinnlichkeit. Zudem falle sie sich ständig selbst kommentierend ins Wort. Schade, findet Papst.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.08.2001
Dürr findet Kristina Maidt-Zinke die Prosa der Autorin. Sie fragt sich, ob der Erzählband "wirklich nötig" war, auch wenn er ihrer Meinung nach viele Menschen glücklich machen wird - allein schon wegen der Medienpräsenz der Autorin werden sie kaufen, egal was drin steht, vermutet Maidt-Zinke. Und das, was drin steht, sei nicht mehr ganz frisch, besonders die literarischen Figuren. Den Erzählstil bezeichnet die Rezensentin als "kunstlos menschelnd" und "unbekümmert eindimensional". Der Lektor hat vielleicht nicht aufgepasst, mutmaßt sie, als er jenen Absatz las, in dem das "weibliche Stellvertreter-Ich" der Autorin dem "pädagogisch motiviertem Denkfleiß" anheim fiel. Kristina Maidt-Zinke resümiert, dass alles ja ganz nett erzählt sei, aber doch eher in diverse Zeitschriften passen würde als in ein Buch - die Lektüre hat bisweilen einen gewissen Verdruss in ihr hervorgerufen.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







