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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Elke Heidenreich

Der Welt den Rücken

Geschichten

Cover: Der Welt den Rücken

Carl Hanser Verlag, München 2001
ISBN-10 3446200525
ISBN-13 9783446200524
Gebunden, 192 Seiten, 16,36 EUR

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Klappentext

Warum verbringt man sein Leben mit den falschen Männern, während der richtige schon lange auf einen wartet? Was, wenn sich nach dem Tod der Mutter herausstellt, daß man sie eigentlich gar nicht kannte?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.08.2002

Ulrich Sonnenschein ist von Elke Heidenreichs Erzählungen hin und weg. Denn die Autorin verstehe es vorzüglich Klischees aufzugreifen, um den Leser dann hinter die "spröde Fassade" blicken zu lassen, etwa in der Geschichte über einen Mutter-Tochter-Konflikt, berichtet der Rezensent. In den meisten Geschichten gehe es um Liebe und Idylle, doch sollte man beiden nicht zu sehr über den Weg trauen, geschweige denn Vorstellungen von Dauer und Beständigkeit. "Ganz unangestrengt" führe Heidenreich dem Leser diese Erkenntnisse vor Augen. "Schnörkellos" und "direkt" präsentiere die Autorin die Gruppe der Vierzig- bis Fünfzigjährigen, "ohne Anspruch auf... Verbindlichkeit", ohne gleich ein Generationenporträt erstellen zu wollen. Heidenreichs Geschichten seien vielmehr "feine, absichtslose, aber sensible Beobachtungen in den Kolonien der Liebe", in denen auch der Humor nicht zu kurz komme.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.11.2001

Walter van Rossum zeigt sich verzückt. Er findet in Elke Heidenreichs neuen Geschichten nichts, was zu kritisieren wäre. Sie erzähle klar und mit einer angenehmen Beiläufigkeit, sei weder zu ausführlich noch zu knapp und immer humorvoll. Heidenreich sei eine "wunderbare Erzählerin", und dem angemessen sei auch die schöne Buchgestaltung. Den Untertitel "Geschichten" hält der Rezensent für pure Tiefstapelei seitens der Autorin und kommt zu dem Schluss: "Diese Geschichten sind jedenfalls lebensgesättigt und doch keineswegs bloß von anekdotischem Belang."

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2001

Nur auf den ersten Blick, meint Manfred Papst, zeigen die neuen Erzählungen von Elke Heidenreich ähnliche Qualitäten wie die früheren aus dem Band "Kolonien der Liebe": einen soliden Aufbau und einen flapsigen, leicht ironischen Ton. Nur seien dieses Mal nicht nur die Protagonisten - Altachtundsechziger beim Bilanzieren ihrer Lebenssumme und in schwelgerischen Erinnerungen begriffen - älter geworden, auch ihre Sprache sei "in Konventionen und Worthülsen erstarrt". Mit abgegriffenen Klischees und Allerweltsmetaphern bemühe die Autorin sich um publikumswirksame Pointen. Dabei ist ihr, so vermutet der Rezensent, die erzählerische Geduld verloren gegangen. Die Sätze, die Heidenreich etwa zur Schilderung eines erotischen Erlebnisses zur Verfügung stünden, seien klapprig, papieren und entbehrten jeder Sinnlichkeit. Zudem falle sie sich ständig selbst kommentierend ins Wort. Schade, findet Papst.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.08.2001

Dürr findet Kristina Maidt-Zinke die Prosa der Autorin. Sie fragt sich, ob der Erzählband "wirklich nötig" war, auch wenn er ihrer Meinung nach viele Menschen glücklich machen wird - allein schon wegen der Medienpräsenz der Autorin werden sie kaufen, egal was drin steht, vermutet Maidt-Zinke. Und das, was drin steht, sei nicht mehr ganz frisch, besonders die literarischen Figuren. Den Erzählstil bezeichnet die Rezensentin als "kunstlos menschelnd" und "unbekümmert eindimensional". Der Lektor hat vielleicht nicht aufgepasst, mutmaßt sie, als er jenen Absatz las, in dem das "weibliche Stellvertreter-Ich" der Autorin dem "pädagogisch motiviertem Denkfleiß" anheim fiel. Kristina Maidt-Zinke resümiert, dass alles ja ganz nett erzählt sei, aber doch eher in diverse Zeitschriften passen würde als in ein Buch - die Lektüre hat bisweilen einen gewissen Verdruss in ihr hervorgerufen.

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