Aus dem Französischen von Bernd Wilczek. Der Roman erzählt von einer französischen Arztfamilie, deren Sohn Génis es sich zum Ziel gesetzt hat, mit verändertem Blick seine Umgebung wahrzunehmen: ?Das Leben bedeutet, menschlich zu werden?. Der Autor inszeniert eine Geschichte über das fragile Geschenk der Liebe, über die Flüchtigkeit der Zeit und die Endlichkeit des Augenblicks. Die Bambuspflanze der Familie ist darin mehr als nur ein Symbol: Alle Exemplare dieser Gattung, weit über die Erde verstreut, blühen alle hundert Jahre nur einmal, um dann zu sterben. Der Bambus birgt ein Geheimnis, welches Génis entdecken wird.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.07.2001
Wie schon in seinem vorherigen Roman "Das Theorem des Papageis" mute der in Paris ansässige algerische Autor seinen Lesern eine Menge naturwissenschaftlicher Abschweifungen zu, meint Thomas Laux wenig begeistert vom jüngsten Werk, das diesmal in Romanform die Botanik abhandelt. Im Mittelpunkt steht nämlich die titelgebende Riesengraspflanze, die erst nach 100 Jahren blüht und danach sofort eingeht, informiert uns Laux. Seiner Meinung nach misslingt dem Autor der Spagat zwischen unterhaltsamer Familiengeschichte, in die der "Schirmbambus" eingebettet ist, und philosophischem Traktat, das elegant die wesentlichen Dinge abhandeln will. Vor allem die Zeichnung der Charaktere geht nach Laux völlig fehl oder leer aus: ohne jede Kontur, befindet Laux. Stattdessen legten die Tricks und Zahlenbeispiele Zeugnis von der Gelehrtheit des Autors ab, jedoch wohl kaum von dessen literarischen Talent.
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