Weltbank, IWF und andere westlicher Geber halten an der Fiktion fest, dass Ägypten einen Musterfall erfolgreicher Reformpolitik darstellte. Dieses Buch räumt mit solchen vielfach zweckoptimistischen Fehleinschätzungen gründlich auf. Die Privatisierung des ineffizienten ägyptischen Staatssektors galt als ein Kernstück des 1990 zwischen der Regierung sowie Weltbank und IWF vereinbarten Stabilisierungs- und Strukturanpassungsprogramms. Infolge der Herrschaftsinteressen des ägyptischen Regimes und des auf die kurzfristige politische Stabilisierung des Landes zielenden Verhaltens der Geber war sie jedoch hinsichtlich der erhofften strukturellen Wirkungen von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Anhand der Privatisierungsauseinandersetzungen wird deutlich, dass in Ägypten unzureichende politische Rahmenbedingungen den Aufbau internationaler Wettbewerbsfähigkeit verhindern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2001
Rainer Hermann erläutert, dass es dem Autor hier darum geht, aufzuzeigen, warum in Ägypten trotz enormer finanzieller Unterstützung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds tiefgreifende Reformen auf sich warten lassen. Ursache für diesen Reformstau mache Wurzel an dem starren Rentiersystem aus, von dem nur diejenigen profitieren könnten, die "Teil der Patronage" sind, und das fairen Wettbewerb verhindert. Hermann sieht hier deutlich aufgezeigt, wie "gering das Interesse der Regierenden Ägyptens an Reformen ist" und dass die bisher verwirklichten Reformen stets ohne "strukturelle Veränderungen" waren. Die Lektüre des Buchs empfiehlt Hermann nicht nur speziell an Ägypten interessierten Lesern, da es nicht zuletzt den "Blick (schärfe), um zwischen Theater und wirklichen Reformen zu unterscheiden".
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