Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Aby Warburg
Aby M. Warburg: Gesammelte Schriften.
7. Abteilung, Band VII 1: Tagebuch der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg
Klappentext
Herausgegeben von Karen Michels und Charlotte Schoell-Glass. Von August 1926 bis Oktober 1929 führten Warburg, Gertrud Bing und Fritz Saxl gemeinsam ein institutionelles Tagebuch. Dieses Journal dokumentiert in 9 Bänden ausführlich die ersten Jahre der Bibliothek Warburg im neuen Gebäude in der Heilwigstraße 116 sowie Warburgs letzte Reise nach Rom. Die Dokumentation hält kleinste Details des Alltagslebens der neuen Institution ebenso fest, wie weit in die Zukunft weisende Forschungspläne. Sie gibt vor allem Einblick in Warburgs Arbeitsweise, die in hohem Maße auf den intellektuellen Austausch mit gleichgesinnten Kollegen ausgerichtet war. Das Tagebuch der K.B.W. stellt eine fundamentale Quelle zur Erforschung der Geistes- und Kulturgeschichte der 20er Jahre dar und gibt einen Einblick in die vielfältigen Bemühungen um die Institutionalisierung der Kulturwissenschaft.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.03.2002
Warburgs Tagebuch der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg (KBW) versammelt Aufzeichnungen unterschiedlichster Art, erklärt Rezensent Helmut Färber, es ist eine Bibliotheks-, Besucher- und Mitarbeiter-Chronik, die geleistete und zu leistende Tagesarbeiten interner wie auch bibliothekspolitischer, kulturpolitischer Unternehmungen ebenso verzeichnet wie Forschungsnotizen, Entwürfe, Gedanken, Schemata, Hinweise. Dieses Tagebuch, das Warburg zusammen mit seinen leitenden Mitarbeitern Gertrud Bing und Fritz Saxl führte, dokumentiert nach Färber, welch "einzigartiges geistiges Zentrum" die KBW mit ihren zahlreichen prominenten Besuchern, Kunsthistorikern, Archäologen und Litarurwissenschaftlern damals war. Für den Rezensenten brilliert Warburg durch Witz, "durchdringen Scharfblick", "virtuoser Sprachschärfe", Menschenkenntnis und Großmut. Die Begeisterung des Rezensenten wird indes durch die vorliegende Edition etwas gedämpft. Er kritisiert die schlechte Kommentierung, die den Band "nur sehr unzulässig erschließt"; ein Sachregister, ein Register zu den Hauptbegriffen und eine Zeittafel fehlen ganz, was den Leser dazu nötige, selbst die "Herausgeberarbeit nachzuholen".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2002
Ein "höchst eigenartiges Schreibebuch" hat Barbara von Reibnitz gelesen: Ein Tagebuch, in dem Sätze wie "Fräulein Bing! Please: Sing!" oder "Saxl, Saxl, einschreiben!" vorkommen. Deren Urheber ist Aby Warburg, der im Mai 1926 in Hamburg den Neubau der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek (KBW) eröffnete, in dem Warburg seine mehr als 46000 Bände umfassende Privatsammlung der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte. Mit dem Einzug beginnen die Eintragungen, die Warburg bis zu seinem Tod 1929 auf weit über tausend Seiten fixierte und die im Rahmen einer Studienausgabe von Warburgs Gesammelten Schriften von Karen Michels und Charlotte Schoell-Glass im Berliner Akademie-Verlag herausgegeben worden sind. Leser, die ein "sprödes Bibliotheksjournal" erwarteten, sind, so Reibnitz, schief gewickelt: "Sie geben Einblick in die höchst aufwendige innere Organisation der KBW, und sie dokumentieren ... die öffentliche Resonanz, die es erreichte. Hier gingen nicht nur Wissenschafter, sondern auch Politiker und andere Repräsentanten des öffentlichen Lebens ein und aus." Gefallen findet die Rezensentin neben dem Warburgschen Sprachwitz und dessen Ironie besonders an Warburgs Assistentin und Diskussionspartnerin Gertrud Bing, einer von Cassirer promovierten Philosophin, deren "kluge und kritische Stimme" nun zum ersten Mal "eigenständig vernehmbar wird". Auch mit der editorischen Arbeit der beiden Herausgeberinnen ist Reibnitz zufrieden. Einzig die fehlende Kommentierung bemängelt sie.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.06.2001
Aus der Perspektive eines Besuchers anno 1926 stellt uns Wolfgang Kemp die Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg vor. Geschickt gelingt ihm die Überleitung zur eigentlichen Besprechung mit dem Eintrag über den Besucher in das Tagebuch des KBW, diesem merkwürdigen Privat-Institut, dessen Qualitäten vor allem lagen "in der Organisation: der Menschen, der Räume, der Bücher, Fotografien und Texte." Kemp gefällt das Buch sehr. Als Steinbruch für die "Weiterarbeit an den Themen Warburg, Hamburger Schule der Kunstgeschichte, deutsche Kulturwissenschaft der Zwischenkriegszeit" und "einzigartiges Medium einer intellektuellen und institutionellen Selbstverständigung ... aufschlussreich für die Wissenschafts- wie für die Mediengeschichte." Ein Buch, so schreibt Kemp, das Warburg nicht zuletzt dazu benötigt habe, "um als Feind allen linearen Denkens zu einer sinnfälligen Layoutform seiner Ideen vorzustoßen".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Homer: Die Odyssee
Die "Mutter aller Erzählungen" - in der Prosafassung von Christoph Martin, erzählt von Dieter ...
Heinrich Meier: Über das Glück des philosophischen Lebens
Die "Reveries" von Jean-Jacques Rousseau sind das schönste und das gewagteste Buch des Genfer Philosophen, ...
Archiv: Bücherschauen
Seefahrergeschichten
08.02.2012: Die SZ feiert Michael Ondaatjes Geschichte seiner Schiffspassage von Sri Lanka nach England "Katzentisch". Auch Petur Gunnarssons Kindheitserinnerungen "Punkt Punkt Kommas Strich" kann sie sehr empfehlen. Als großes Vermächtnis würdigt die NZZ die "Römische Sozialgeschichte" des ungarischen Althistorikers Geza Alföldy. Sehr beeindruckt ist sie auch von Norbert Hummelts neuem Gedichtband "Pans Stunde". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen
Hanna Krall: Rosa Straußenfedern
30.01.2012: Briefe, Fragmente, Zettel und Erzählungen erzählen vom Leben der polnischen Autorin Hanna Krall, ihrer Freunde und Zeitgenossen. Der Zweite Weltkrieg, die Volksrepublik Polen, Solidarnosc, vergegenwärtigen sich in ihrer Biografie. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Rosa Straußenfedern". Mehr lesen







