Gegenstand des Buches ist die soziale Marktwirtschaft unter dem Blickwinkel ihrer wissenschaftlich-theoretischen wie auch der politisch-praktischen Genesis. Diese Fragestellung eröffnet Möglichkeiten zum geistigen Umgang mit dem Konzept und den in ihm verankerten gesellschaftlichen Werten. Ausgangspunkt ist ein Verständnis der sozialen Marktwirtschaft, wie es im wesentlichen durch die Arbeiten von Alfred Müller-Armack geprägt wurde. Die Wahl des Referenzpunktes fokussiert den Sinn der sozialen Marktwirtschaft auf das spannungsreiche Verhältnis zwischen der Freiheit und des Marktes auf der einen und sozialer Gerechtigkeit auf der anderen Seite.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2001
Der Begriff Soziale Marktwirtschaft ist mit allerlei Inhalten aufgeladen worden, die mit der ursprünglichen Idee oft wenig im Einklang stehen, erzählt Karen Horn. Da ist es schon lesenswert und aufschlussreich, mehr darüber zu erfahren. Die Volkswirtschaftlerin Friedrun Quaas hat es sich zu Aufgabe gemacht, meint die Rezensentin, über den oft falsch gebrauchten Begriff aufzuklären. So liberal-marktwirtschaftlich, wie viele die soziale Marktwirtschaft heute gerne hätten, war sie von Alfred Müller-Armack jedenfalls nicht gedacht, hat Horn hier erfahren. Obwohl sie die präzise Darstellung der Autorin lobt, findet sie die "exegetischen Insidergefechte" etwas unerquicklich. Der wissenschaftliche Anspruch von Quaas sei hoch, aber zu hoch für Laien, vermutet die Rezensentin. Und in Fachkreisen - auch hier munkelt Horn - werde die Autorin trotz ihrer unbestritten sehr umfangreichen Kenntnisse wegen ihrer manchmal eigenwilligen Interpretation sicher auf Kritik stoßen.
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