Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2001
Ingrid Hielle scheint es grundsätzlich interessant zu finden, der Frage nachzugehen, wieso die Atomenergie in Frankreich und Deutschland in Politik wie auch bei der Bevölkerung auf so unterschiedliche Akzeptanz stößt. Absicht der Herausgeber sei es dabei gewesen, "um Verständnis für beide Seiten der Kontroverse" zu werben. Doch den Beiträgen selbst kann Hielle in den meisten Fällen nur wenig abgewinnen. So bemängelt sie die aufs Neue aufgewärmten Klischees vom "pragmatischen und technikverliebten" Franzosen auf der einen Seite und dem "romantischen und realitätsfernen" Deutschen andererseits. Den Vorwurf, dass dieses Thema meist zu emotional diskutiert werde, müssen sich die Autoren nach Ansicht der Rezensentin zum großen Teil selbst gefallen lassen. Als Beispiel dafür nennt sie die Frage Georges Charpaks an Umweltschützer, ob sie Beweise dafür hätten, dass es ohne Atomenergie weniger Krebstote gäbe.
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