Etwa zwischen 1768 und 1781 vollzog sich in Deutschland eine literarische Revolution. Die Dichtung befreite sich von alten Vorurteilen und Vorgaben. Bis zu dieser Zeit war sie überlieferten klassischen Formen und philosophischen oder theologischen Wahrheiten verpflichtet; seither erwartet man von einem Gedicht, einem Drama oder Roman, dass sie authentisch sind, verbürgt durch die Person des Autors. Ulrich Karthaus konzentriert sich hier auf solche Werke, die die Eigenart der Epoche in besonderem Maße verdeutlichen. Auf der Basis des aktuellen Forschungsstandes liefert sein Buch Grundlageninformationen und stellt Textanalysen vor...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.05.2001
Erfreulich (besonders für die "heutigen Studenten") findet "hak", dass sich die exemplarischen Textanalysen in diesem Band nicht auf die bekanntesten Werke des Sturm und Drang beschränken, sondern auch weniger Geläufiges in den historischen Kontext nehmen; Herders Volksliedersammlung etwa oder Jung-Stillings Autobiografie. Vermisst dagegen hat der Rezensent, "wie fast immer in literaturgeschichtlichen Überblicken zur Epoche", eine Würdigung Matthias Claudius', "der zur expressiven Sprache des Sturm ebenso beigetragen hat, wie er ... zu einem frühen Kritiker der Bewegung geworden ist." Trotzdem, schließt "hak", gelte für den Band der Wahlspruch: Mehr sein als scheinen.
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