Aus dem Englischen von Stefanie Schaffer-de-Vries. England 1865: Ein Fotografin mit Pioniergeist und ihr Mann, ein Kartenzeichner, versuchen, jeder auf seine Art, die Welt darzustellen. Annie, das Hausmädchen, wird zur Gefährtin ihres Ehrgeizes und ihrer Leidenschaften...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2001
Die 40-jährige Helen Humphreys, in England geboren, aber seit ihrer Kindheit in Kanada zu Hause, beschreibt in ihrem prosaischen Dreipersonenstück die Symptome einer Welt vor 150 Jahren, meint Hansjörg Graf. Und das sei eine Welt zwischen Prüderie und Sinnlichkeit, Tradition und Fortschritt, in der einzig das Dienstmädchen Annie Phelan einen kühlen Kopf bewahre und bestehende Hierarchien im Haus des Kartografen Eldon Dashell und seiner fotografierenden Gattin Isabell untergrabe. Einwände gegen die Neigung zum Preziösen und zur Prätention der Autorin ließen sich hier sicher formulieren, denkt der Rezensent, doch überwiegt für ihn die gelungene Beschreibung der Spannung zwischen den drei Figuren und deren Lebensverhältnissen. Für Graf markiert Humphreys "Schleichwege zwischen Vision und Wirklichkeit". Und da kann man, ist der Rezensent überzeugt, poetologische Bewertungsmaßstäbe schon mal etwas niedriger ansetzen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.04.2001
Wunderbarer kleiner Roman, findet der Rezensent. Und sensibel übersetzt dazu. Und wenn wirklich alles da ist, was H. G. Pflaum auf den knapp 300 Seiten des Buches entdeckt haben will - der Blick auf die vielen unterschiedlichen Wege, die Welt wahrzunehmen, die verzweifelten Liebesgeschichten, die Geschichte einer Emanzipation und die subtile Schilderung des in Auflösung begriffenen viktorianischen England in "ungewöhnlichen und kühnen Bildern" -, dann hat er ganz recht, Pflaum, und der Autorin ist tatsächlich ein "sehr vielschichtiger Roman" gelungen.
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